Medienpolitik

Aus für das Medienforum NRW

19. Dezember 2018, cbl
Medienforum NRW
Medienforum NRW

Nach Jahren des Siechtums und der diesjährigen Pause ist das Medienforum NRW als eigenes Veranstaltungsformat nun Geschichte. Das hat Medienstaatssekretär Nathanael Liminski im November bekannt gegeben. Anders als CDU und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart hatten, werde die Landesregierung kein neues Konzept für den Branchentreff entwickeln. Stattdessen will das Land unter anderem das Global Media Forum unterstützen, die internationale Medienkonferenz der Deutschen Welle.

Für das Global Media Forum stellt der Landeshaushalt künftig rund 600 000 Euro pro Jahr bereit. Die dreitägige Konferenz, die auch Mittel vom Auswärtigen Amt und der Stadt Bonn erhält, ist Treffpunkt für mehr als 2 000 Medienschaffende und Vertreter aus Politik, Kultur, Bildung und Wissenschaft. Sie findet seit 2008 jeweils im Frühjahr in Bonn statt, nächster Termin ist im Mai 2019. Das Land und die Deutsche Welle haben nach eigenen Angaben das Ziel, das Global Media Forum zu einem festen Treffpunkt der deutschen und internationalen Medienbranche zu entwickeln.

Neben dem Global Media Forum will sich das Land bei weiteren Veranstaltungen einbringen, etwa dem Film Festival Cologne und der Videospielemesse Gamescom. Mit einem breitgefächerten Angebot von bestehenden und neuen Formaten wolle man sicherstellen, dass es das ganze Jahr über auf jede Zielgruppe der Branche zugeschnittene Angebote gebe, erklärte Liminski. „Medienforum ist in Zukunft das ganze Jahr. Wir versuchen nicht mehr, mit einer mehrtägigen Konferenz praktisch alles und jeden zu erreichen.“

Über das Aus für das Medienforum NRW hatte es zuletzt zahlreiche Spekulationen gegeben. Der Branchentreff startete 1989 mit großen Ambitionen. Mitten im Strukturwandel sah der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement in der Förderung der Medienbranche ein wichtiges Instrument der Standortpolitik. Mit dem Medienforum NRW wollte man diesen Anspruch untermauern und reihte sich in den kommenden Jahren unter den wichtigsten Branchenkongressen in Deutschland ein, manche sagen sogar in Europa.

Von diesem großen Anspruch hat sich die nordrhein-westfälische Medienpolitik längst verabschiedet. Die wechselnden Landesregierungen maßen dem Thema Medien eher weniger Bedeutung zu. Die Federführung für den Kongress wechselte 2006 zur Landesanstalt für Medien und 2012 zur Film- und Medienstiftung NRW. Über die Jahre schrumpften Umfang und Bedeutung des Medienforums. Weil journalistische Themen zunehmend aus dem Blick gerieten, hatte der DJV-NRW zeitweise eigene Themen eingebracht, etwa 2015 mit der Podiumsdiskussion „Die große Freiheit – Wie viel Journalismus verträgt YouTube?“ und 2016 mit einem Panel zu Trends im Netz.
Zuletzt war das Medienforum NRW nur noch ein eintägiger Kongress im Rahmen der Breitbandmesse Anga.com. Dass das Medienforum in diesem Jahr ausfiel, hatte die Landesregierung damit begründet, dass die Branche kein Interesse an dem Format alter Prägung habe.||

Eine Meldung aus JOURNAL 6/18 – dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Dezember 2018.

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Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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