Der lange Atem des DJV-NRW

14. August 2018, Frank Stach, Landesvorsitzender DJV-NRW

Es lohnt sich, hartnäckig zu sein. Für die Forderung nach Tarifbindung haben die etwa hundert Kollegen und Kolleginnen der Rheinischen Redaktions-Gemeinschaft (RRG) insgesamt seit fast zwei Jahre mit ihrer Geschäftsleitung im Clinch gelegen, ohne einzuknicken. Respekt dafür! Seit Sommer 2017 haben sie wiederholt mit großer Geschlossenheit gestreikt und schließlich im Frühjahr die Landesschlichterin Yvonne Sachtje angerufen. Das half.

Auch wenn Beschäftigte und Geschäftsleitung der RRG in den kommenden Wochen noch entscheiden müssen, ob sie das Schlichtungsergebnis annehmen, ist nun zu hoffen, dass in den Außenredaktionen der Kölnischen Rundschau und des Kölner Stadt-Anzeigers künftig wieder alles tariflich geregelt ist.

Geholfen haben dabei auch der lange Atem und die Erfahrung der Hauptamtlichen in der Geschäftsstelle. Sie haben die Streiks und die Verhandlungen intensiv betreut. So manche Sitzung ging bis spät nach Mitternacht. Ein Einsatz, der sich am Ende bezahlt macht.

Nach außen sichtbarer war der arbeitsintensive Job der Geschäftsstelle bei den Tageszeitungstreiks und den Verhandlungen selbst: Dank ihres über viele Jahre erworbenen Verhandlungsgeschicks bewiesen unsere Leute, ob Ehrenamtler oder Hauptamtliche, unendliche Beharrlichkeit gegenüber den Verlegern.

Am Ende galt es abzuwägen, ob der letzte Vorschlag der Verleger akzeptabel ist oder nicht. Wir im DJV haben uns für eine Annahme entschieden und haben dazu die Kolleginnen und Kollegen in den tarifgebundenen Zeitungshäusern befragt. Fast 80 Prozent haben – mancher sicher mit der Faust in der Tasche – dem Verhandlungsergebnis zugestimmt. Das heißt, der Flächentarifvertrag mit seinen Leistungen bleibt bis Ende 2020 erhalten, der gute Abschluss für Volontäre und junge Berufseinsteiger ist ein positives Zeichen für den Nachwuchs.

Diese Auseinandersetzungen haben den Alltag im DJV in den letzten Wochen mitbestimmt. Der Wille unserer Mitglieder stand dabei immer vorne. Wir sind bereit, ungewöhnliche Wege zu gehen (siehe Landesschlichterin) oder im entscheidenden Moment kompromissbereit zu sein, selbst wenn es schmerzt. Eine vergleichbare Betreuung lässt der DJV-NRW allen Mitgliedern zukommen, die entschlossen und mit eigenem Engagement für ihr Recht kämpfen wollen. Ob fest oder frei, egal, in welchem Medienbereich. So ist der DJV, der oft im Hintergrund wirkt. ||

 

Ein Beitrag aus JOURNAL 4/18, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im August 2018.

 

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Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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