MEDIENZIRKEL

Dossier zum Thema Behinderung

12. Juni 2018, red.
„Journalist*innen mit Behinderung – bitte mehr davon“
„Journalist*innen mit Behinderung – bitte mehr davon“

„Journalist*innen mit Behinderung – bitte mehr davon“ heißt ein Dossier, das der DJV zusammen mit dem gemeinnützigen Verein Sozialhelden veröffentlicht hat. Geschrieben wurde es von DJV-Bildungsreferentin Eva Werner sowie Judyta Smykowski und Lilian Masuhr vom Portal Leidmedien.de, einem Projekt der Sozialhelden. Der Ratgeber ist als gedruckte Broschüre und als pdf erschienen und kann unter www.djv.de/inklusion als Online-Dossier abgerufen werden. Er soll junge Menschen mit Behinderung beim Einstieg in den Journalismus helfen und dazu beitragen soll, Vorurteile bei Arbeitgebern abzubauen.

Der Diversity-Gedanke wird zwar von Medienschaffenden großgeschrieben, allerdings bisher zu wenig in den Redaktionen gelebt. Und wenn sie an ihrer Vielfalt arbeiten, stehen meist Frauen oder Menschen mit Migrationsgeschichte im Vordergrund. Bei Menschen mit Behinderung führen Vorbehalte gegenüber der Leistung und anfallenden Kosten immer noch dazu, dass sie im Journalismus schwer Fuß fassen.

„Wir brauchen mehr Menschen mit Behinderung, die als Journalistinnen oder Journalisten arbeiten, um andere Sichtweisen in den Redaktionsalltag zu bringen“, betont Judyta Smykowski. Sie ist selbst mit dem Rollstuhl unterwegs und schreibt unter anderem für die taz. Ihre Kollegin Lilian Masuhr ergänzt: „Wir haben Erfolgsbeispiele gesucht und zusammengetragen, wie Journalistinnen und Journalisten mit Behinderung es in den Beruf geschafft haben.“ DJV-Bildungsreferentin Eva Werner fügt hinzu: „In unserem Dossier kommen Menschen mit Behinderung aus verschiedenen Medienbereichen zu Wort. Zudem haben wir Ausbildungseinrichtungen und Medienhäuser nach ihren Erfahrungen gefragt.

Behinderte Menschen werden in den Medien oft einseitig dargestellt – als „Opfer“ oder „Helden“ stilisiert. Da Sprache und Bildsprache Bewusstsein schaffen, auch für Inklusion, möchte der Verein Sozialhelden für eine Berichterstattung auf Augenhöhe sensibilisieren. Die Sozialhelden sind eine Gruppe von Medienschaffenden, die lösungsorientierte Projekte entwickeln, um damit auf soziale Probleme aufmerksam zu machen und sie im besten Fall auch zu beseitigen. Darunter auch Angebote und Projekte, die sich explizit an Journalistinnen und Journalisten richten.

Leidmedien.de ist ein Online-Portal für Journalistinnen und Journalisten, die über Menschen mit Behinderungen berichten wollen. Aus der Sicht von behinderten und nicht behinderten Medienschaffenden gibt es Tipps für eine Berichterstattung aus einer anderen Perspektive und ohne Klischees.

 

Ein Beitrag aus JOURNAL 3/18, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Juni 2018.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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