MEDIENSZENE NRW

Eine Ära endet

Anke Schäferkordt verlässt die Mediengruppe RTL
19. Dezember 2018, cbl

Als „Ende einer Ära“ haben viele Medien diese Nachricht eingeordnet: Anke Schäferkordt verlässt die RTL Group und den Vorstand der RTL-Muttergesellschaft Bertelsmann zum Jahresende. Man habe „gemeinsam und im besten gegenseitigen Einvernehmen“ entschieden, Schäferkordts Vertrag als Vorstandschefin der Mediengruppe RTL Deutschland nicht zu verlängern, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Die Nachfolge der 55-Jährigen an der Spitze der Mediengruppe RTL Deutschland tritt der bisherige Vox-Geschäftsführer Bernd Reichart an.

Anke Schäferkordt | Foto: RTL Group
Anke Schäferkordt | Foto: RTL Group

27 Jahre bei der RTL-Gruppe

Von den 30 Jahren, die Schäferkordt in Diensten Bertelsmanns stand, widmete sie 27 Jahre der Sendergruppe RTL. Nach drei Jahren im Mutterkonzern in Gütersloh startete die Betriebswirtin 1991 im Controlling von RTL Plus und stieg kontinuierlich auf: 1993 Bereichsleiterin Unternehmensplanung und Controlling bei RTL, 1995 Kaufmännische Leiterin bei Vox, 1999 Vox-Geschäftsführerin. In gleicher Funktion ging sie 2005 zu RTL und übernahm die Verantwortung für die Mediengruppe RTL Deutschland. 2012 gab sie die RTL-Programmverantwortung an Frank Hoffmann ab und rückte zur Co-Geschäftsführerin der RTL Group in Luxemburg sowie in den Bertelsmann-Vorstand auf.

In ihrer Zeit als Vorstandschefin hat Schäferkordt RTL und die deutsche Sendergruppe maßgeblich geprägt. Während der Privatsendermarkt durch Höhen und Tiefen ging, entwickelte sich vor allem RTL über Jahre hinweg zu einem sicheren Gewinnbringer für Bertelsmann. Die Beschäftigten können sich üblicherweise über eine Erfolgsprämie freuen. Viele sehen das als Ausgleich dafür, dass der Sender 2001 aus der Tarifbindung ausstieg.

Schäferkordts Stimme wurde auch auf Medienkongressen und in der Medienpolitik gehört. Der Branchendienst DWDL schreibt über sie sogar: „Nach allen gängigen Kennzahlen ist Anke Schäferkordt die erfolgreichste Managerin, die das deutsche Fernsehen jemals hatte und vermutlich auch jemals haben wird.“

Es geht in Richtung Streaming

Aus der Co-Geschäftsführung der RTL Group schied Schäferkordt bereits im April 2017 aus, wohl ein Vorbote ihres jetzigen Rückzugs. Beobachter sehen den Abschied nicht ganz so freiwillig, wie die Konzernmitteilung es glauben machen will, und vermuten einen Zusammenhang mit der bisher eher zögerlichen Weiterentwicklung der Sendergruppe in Richtung Streaming. Plattformen wie Netflix, Amazon und Apple machen dem klassischen TV-Geschäft ernsthaft Konkurrenz.

Jüngst hatte die Mediengruppe RTL gegenüber epd Medien erklärt, voraussichtlich nicht bei der Streamingplattform 7TV des Konkurrenten ProSiebenSat.1 einzusteigen. Stattdessen wolle man sich auf den Ausbau der hauseigenen Video-on-Demand-Plattform TV Now konzentrieren.||

Ein Beitrag aus JOURNAL 6/18 – dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Dezember 2018.

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