MEDIENSZENE NRW

„Fire and hire“ bei Funke Foto Services

DJV-NRW pocht auf Betriebsübergang bei Umstrukturierung
22. Oktober 2017, Corinna Blümel
„Kein Funke Anstand“: Das Kampagnenmotto von 2015 ist leider wieder aktuell. | Foto: DJV-NRW
„Kein Funke Anstand“: Das Kampagnenmotto von 2015 ist leider wieder aktuell. | Foto: DJV-NRW

„Kein Funke Anstand“: So lautete 2015 ein Kampagnen-Motto des DJV-NRW – und das ist leider wieder aktuell. Damals ging es um die Sozialplanverhandlungen für Mitarbeiter, die bei einer der vielen Umbaumaßnahmen der Mediengruppe „übrigblieben“. Jetzt kritisiert der Betriebsrat, wie Funke mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem FotoPool (offiziell Funke Foto Services) umgeht. „Fire and hire“ ist dabei das Motto des Essener Konzerns. Und Informationen gibt es wieder nur häppchenweise.
Mitte August hatte die Geschäftsleitung den Bildjournalisten der Funke Foto Services in einer Info-Veranstaltung mitgeteilt, dass sie Ende des Jahres ihren Job verlieren. Die alte Gesellschaft werde aufgelöst. An ihrer Stelle soll spätestens ab Januar eine neue Gesellschaft entstehen. Dort könnten sich die Fotografinnen und Fotografen neu bewerben. Zur geplanten Stellenzahl ließ Funke zunächst nichts verlauten.

Entlassene sollen sich neu bewerben

Die nächsten Informationshäppchen gab es Anfang September: 15 Stellen solle die künftige Funke Foto Services GmbH haben, hieß es nun. Elf der bisherigen 24 Beschäftigten gebe man die direkte Möglichkeit, in der neuen Gesellschaft anzufangen. Die verbleibenden 13 Kolleginnen und Kollegen können sich um die restlichen vier Stellen bewerben – in Konkurrenz zu Bewerbungen von außen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so geht man nicht mit Menschen um!“, kritisierte Volkmar Kah, Geschäftsführer des DJV-NRW, dieses Vorgehen scharf.
Die Funke-Gruppe begründete ihre Entscheidung in der Pressemitteilung vom August damit, sich den „massiv veränderten“ Anforderungen an die moderne Bildberichterstattung anpassen zu müssen. Man schaffe „die nötigen Strukturen, um auch die visuelle Qualität der Regionalmedien in Print und Online weiter zu steigern“. Neben dem Fotoangebot wolle man den Bereich Video deutlich ausbauen und verbessern. Mit der neuen Agentur will Funke sich verstärkt als Anbieter am Markt aufstellen.
Auch den Betriebsräten der Zeitungstitel gegenüber verteidigte die Geschäftsführung die Neuausrichtung als Mittel zur Sicherung der Qualität und damit der Zukunftsfähigkeit der Gruppe. Entlassungen und Verkleinerungen der Belegschaft machen das Produkt besser? So oft man diese Botschaft aus Medienhäusern hört, sie wird nicht glaubwürdiger, meint Kah: „Wenn ein knappes Drittel der Mannschaft wegrationalisiert werden soll, kann das nur auf Kosten der Qualität gehen.“ Er sieht es wie die Betriebsräte, die von einer „krassen Fehlentscheidung“ sprechen.

DJV fordert Betriebsübergang

Wenig glaubwürdig findet der NRW-Geschäftsführer auch das Argument der Funke-Geschäftsleitung zur Bildsprache. Man setze Kolleginnen und Kollegen mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung vor die Tür und kritisiere im Nachhinein auch noch ihre Arbeit – „das ist ein Unding“. Letztlich geht es nach Überzeugung des DJV-NRW einmal mehr um Sparen. Wie die Betriebsräte fordert Kah einen ordentlichen Betriebsübergang in die neue Gesellschaft und den Erhalt der Arbeitsplätze.
Der 2009 gegründete FotoPool war bereits Ergebnis einer Auslagerung teilweise langjähriger Fotoredakteure der Funke-Titel WAZ, NRZ und WR. „Schon damals haben die Kolleginnen und Kollegen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf tarifliche Leistungen verzichten müssen. Dass ihnen jetzt der Stuhl vor die Tür gesetzt wird, ist unerträglich“, kritisiert Volkmar Kah.
Für die Betriebsräte in der Funke-Gruppe steht damit mal wieder an, womit sie sich seit Jahren immer wieder befassen müssen: den Geschassten wenigstens noch einen halbwegs erträglichen Abgang verschaffen. Die Verhandlungen über einen Sozialplan haben im September begonnen.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Krankenkassen- und Krankenversicherungen

Die Branche der Krankenkassen und -versicherungen ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen gekennzeichnet. Allein in Nordrhein-Westfalen sind rund 60 gesetzliche Krankenkassen tätig.

Wichtigste Unterscheidung in der Branche ist die nach gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen. Die meisten Menschen, nämlich rund 75 Millionen bundesweit, sind über die
gesetzlichen Kassen versichert. Diese wiederum haben sich zum Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzen­verband) zusammengeschlossen (➝ www.gkv-spitzenverband.de). Unter ihnen lassen sich ferner Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), Betriebskrankenkassen (BKK), Innungskrankenkassen (IKK), Ersatzkassen, Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) unterscheiden. Die Wahl der Krankenkasse ist heute nach § 175 SGB V grundsätzlich frei – berufs- und betriebsunabhängig.
Größte gesetzliche Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen ist die AOK Rheinland/Hamburg mit Sitz in Düsseldorf mit aktuell 2,9 Mio.
Versicherten und mehr als 100 Geschäftsstellen. (➝ www.aok.de/rheinland-hamburg). Die ebenfalls in NRW (und Schleswig-Holstein) tätige AOK NORDWEST betreut rund 2,8 Mio. Versicherte in über
180 Geschäftsstellen (➝ www.aok.de/nordwest).
Fast ein Drittel der Bevölkerung ist bei den in NRW tätigen Ersatzkassen versichert (TK, BARMER GEK, DAK Gesundheit, hkk, KKH Allianz, HEK), die allein in NRW rund 6,2 Mio. Versicherte betreuen. Dach­verband ist der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) (➝ www.dvek.de/ Bereich „Landesvertretungen“). Eine weitere große Gruppe sind die rund 25 Betriebskrankenkassen, die im Lande tätig sind – mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern. Der BKK-Landesverband NORDWEST mit einer Hauptverwaltung in Essen ist die Dachorganisation für die Betriebskrankenkassen in NRW, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Er steht für insgesamt 2,5 Mio. Versicherte. (➝ www.bkk-nordwest.de).
Vornehmlich im Bereich des Handwerks sind die Innungskrankenkassen tätig. Größte ist mit bundesweit 3,5 Millionen Versicherten die IKK classic (➝ www.ikk-classic.de). Als eigenständige Kassenart versichert auch die Knappschaft Bahn-See mit Sitz in Bochum rund 800 000 Menschen in NRW; bundesweit sind es 1,6 Mio. (➝ www.kbs.de).
Landwirte und ihre Angehörigen sind über die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) versichert. Bundesweit handelt es sich um rund 650 000 Versicherte (➝ www.svlfg.de).
Den gesetzlichen Kassen stehen die privaten Krankenversicherungen gegenüber – mit rund 50 Gesellschaften, die allesamt bundesweit tätig sind. Ein gutes Dutzend der Privaten hat seinen Stammsitz in NRW. Vertreten werden sie vom Verband PKV (➝ www.pkv.de).

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