MEDIENSZENE NRW

Funke-Gruppe: Generationswechsel im Aufsichtsrat

16. Oktober 2017, DJV-NRW

Stühlerücken im Aufsichtsrat der Funke Mediengruppe: Mit einer anstehenden Neustrukturierung soll auch ein Generationswechsel einhergehen. Petra Grotkamp hat ihre Gesellschaftsanteile an ihre drei Kinder Niklas Jakob Wilcke, Julia Becker und Nora Marx übertragen. Den Vorsitz will sie zum 1. Januar 2018 an ihre Tochter Julia Becker abgeben, selbst aber einen Sitz im Aufsichtsrat behalten.
Julia Becker erklärte gegenüber dem Mediendienst kress, dass sie künftig verstärkt Allianzen mit anderen Medienunternehmen suchen will (siehe auch Seite 19: „Funke und DuMont: Keine Kooperation in Berlin“). Es sei „völlig falsches Konkurrenzdenken“, dass ihr Vater, der frühere Geschäftsführer Günther Grotkamp, nie auf die Idee gekommen sei, „zu den Bauers zu gehen oder den Springers“.
Für Irritationen sorgen Medienberichte, nach denen Lambert Lensing-Wolff, persönlich haftender Gesellschafter des Medienhauses Lensing, künftig dem Funke-Aufsichtsrat angehören wird. Er soll einen der beiden freiwerdenden Sitze der Familie Schubries übernehmen. Für den zweiten Sitz ist Christian Eigen vorgesehen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Medion AG. Klaus Schubries, bisher stellvertretender Vorsitzender, zieht sich Ende 2017 zurück, bleibt aber Geschäftsführer der Familienholding seiner Frau, der Verlegerin Renate Schubries.
Aus dem Aufsichtrat bereits ausgeschieden ist Stephan Holthoff-Pförtner, der zu seinem Antritt als NRW-Landesminister alle Funktionen bei der Funke Mediengruppe niedergelegt hatte (siehe Meldung Online-JOURNAL 4/17). Holthoff-Pförtner hat Sitze und Stimmen in die Hände seines Adoptivsohns Georg Scheid gelegt, der seit längerem im Aufsichtsrat sitzt und zum Jahrewechsel die Position des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden übernimmt. Holthoff-Pförtner bleibt Gesellschafter der Funke-Gruppe.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Krankenkassen- und Krankenversicherungen

Die Branche der Krankenkassen und -versicherungen ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen gekennzeichnet. Allein in Nordrhein-Westfalen sind rund 60 gesetzliche Krankenkassen tätig.

Wichtigste Unterscheidung in der Branche ist die nach gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen. Die meisten Menschen, nämlich rund 75 Millionen bundesweit, sind über die
gesetzlichen Kassen versichert. Diese wiederum haben sich zum Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzen­verband) zusammengeschlossen (➝ www.gkv-spitzenverband.de). Unter ihnen lassen sich ferner Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), Betriebskrankenkassen (BKK), Innungskrankenkassen (IKK), Ersatzkassen, Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) unterscheiden. Die Wahl der Krankenkasse ist heute nach § 175 SGB V grundsätzlich frei – berufs- und betriebsunabhängig.
Größte gesetzliche Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen ist die AOK Rheinland/Hamburg mit Sitz in Düsseldorf mit aktuell 2,9 Mio.
Versicherten und mehr als 100 Geschäftsstellen. (➝ www.aok.de/rheinland-hamburg). Die ebenfalls in NRW (und Schleswig-Holstein) tätige AOK NORDWEST betreut rund 2,8 Mio. Versicherte in über
180 Geschäftsstellen (➝ www.aok.de/nordwest).
Fast ein Drittel der Bevölkerung ist bei den in NRW tätigen Ersatzkassen versichert (TK, BARMER GEK, DAK Gesundheit, hkk, KKH Allianz, HEK), die allein in NRW rund 6,2 Mio. Versicherte betreuen. Dach­verband ist der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) (➝ www.dvek.de/ Bereich „Landesvertretungen“). Eine weitere große Gruppe sind die rund 25 Betriebskrankenkassen, die im Lande tätig sind – mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern. Der BKK-Landesverband NORDWEST mit einer Hauptverwaltung in Essen ist die Dachorganisation für die Betriebskrankenkassen in NRW, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Er steht für insgesamt 2,5 Mio. Versicherte. (➝ www.bkk-nordwest.de).
Vornehmlich im Bereich des Handwerks sind die Innungskrankenkassen tätig. Größte ist mit bundesweit 3,5 Millionen Versicherten die IKK classic (➝ www.ikk-classic.de). Als eigenständige Kassenart versichert auch die Knappschaft Bahn-See mit Sitz in Bochum rund 800 000 Menschen in NRW; bundesweit sind es 1,6 Mio. (➝ www.kbs.de).
Landwirte und ihre Angehörigen sind über die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) versichert. Bundesweit handelt es sich um rund 650 000 Versicherte (➝ www.svlfg.de).
Den gesetzlichen Kassen stehen die privaten Krankenversicherungen gegenüber – mit rund 50 Gesellschaften, die allesamt bundesweit tätig sind. Ein gutes Dutzend der Privaten hat seinen Stammsitz in NRW. Vertreten werden sie vom Verband PKV (➝ www.pkv.de).

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