Medienszene NRW

Schwierige Berichterstattung aus dem Hambacher Forst

19. Oktober 2018, red.

In der Diskussion um Klimawandel und Kohleausstieg ist der Hambacher Forst in den vergangenen Monaten zum Symbol geworden. Während der Räumung war die Berichterstattung nicht immer einfach. So sah sich der DJV Mitte September genötigt, freien Zugang für Journalistinnen und Journalisten zu fordern. Kollegen hatten berichtet, dass Einsatzkräfte der Bundespolizei und der Polizei NRW ihnen das Passieren der Absperrungen verwehrt oder sich zumindest extrem viel Zeit für die Prüfung von Presseausweisen genommen hätten. Der DJV-Landesvorsitzende Frank Stach kritisierte das Verhalten der Polizei als „nicht akzeptabel“ und warb für ein Miteinander von Polizei und Journalisten. Auch der Bundesvorsitzende Frank Überall mahnte, dass Menschen aus den Medien und nicht aus Polizeiberichten erfahren sollten, was vor Ort passiere.

Auf die DJV-Pressemitteilung reagierte die Polizei in Aachen zügig mit einem Gesprächsangebot. Nach dem Telefonat erklärte der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach, es sei keineswegs Absicht der Polizei gewesen, die Pressefreiheit einzuschränken: „Medienvertreter haben freien Zugang, das ist mir besonders wichtig.“

Überschattet wurden Besetzung und Räumung wenige Tage später von einem Todesfall. Ein 27-jähriger Journalist und Blogger, der die Aktivisten filmisch für ein Langzeitprojekt begleitete, war durch eine Hängebrücke gebrochen und in die Tiefe gestürzt. Der DJV-NRW forderte eine gründliche Untersuchung des Vorfalls und mahnte in der teilweise aufgeheizten Diskussion zur Besonnenheit. „Voreilige Schuldzuweisungen sind nicht hilfreich“, erklärte Landesgeschäftsführer Volkmar Kah.

Nach dem Todesfall hat die Landesregierung die Räumung für ein paar Tage ausgesetzt und dann weiter geräumt. Anfang Oktober erließ das Oberverwaltungsgericht Münster im Eilverfahren ein vorläufiges Urteil, nach dem die Rodungsarbeiten ruhen müssen, bis im Hauptsacheverfahren entschieden ist.||

 

Eine Meldung aus JOURNAL 5/18 – dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Oktober 2018.

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Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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