Verdeckte Absprachen? WDR nimmt Doku aus dem Programm

15. Dezember 2017, DJV-NRW

Das WDR-Fernsehen hat im November die geplante Dokumentation „Thomas Middelhoff – Absturz eines Topmanagers“ aus dem Programm genommen, die in der Reihe „Menschen hautnah“ ausgestrahlt werden sollte. Wie die Redaktion informierte, hatte sie erst kurz vor der Ausstrahlung erfahren, dass es eine vertragliche Vereinbarung zwischen Thomas Middelhoff und dem Produzenten gab. Danach hatte der Produzent seinem Protagonisten das Recht auf Mitsprache beim Drehbuch eingeräumt sowie darauf, den fertigen Film vor der Ausstrahlung zu sehen. „Vereinbarungen wie diese sind für den WDR und Menschen hautnah nicht akzeptabel“, erklärte die Redaktion.

In einem Interview in der ZEIT hat Middelhoff bestritten, dass es diese Vereinbarung gab. Er habe eine Medienrechtskanzlei beauftragt, einen Vertrag mit der Produktionsfirma aufzusetzen. Sein Teil der Abmachung habe vorgesehen, „Kontakte zu Dritten zu vermitteln, zu denen die Produktion andernfalls keinen Zugang gehabt hätte“. Eine Abnahmeklausel für den fertigen Film habe im Vertragsentwurf gestanden, sei aber „nie Vertragsbestandteil geworden. Ich habe mir nur noch vorbehalten, den Film in der Schnittfassung einmal anschauen zu dürfen. Wohlgemerkt ohne jedes Recht zur Einflussnahme auf den Film.“

Der Mediendienst DWDL zitiert den WDR in Redaktion auf das Interview mit folgender Aussage: „Es gibt eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Produzenten und Herrn Middelhoff, die uns vorliegt, und von der die Redaktion erst kurz vor der geplanten Ausstrahlung des Films erfahren hat. Diese räumt Herrn Middelhoff eine Mitsprache bei dem Film ein.“ Vereinbarungen wie diese widersprächen den journalistischen Grundregeln des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seien für den WDR nicht akzeptabel.

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Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

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Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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