MEDIENSZENE NRW

Ein Fall von #MeToo bei der DW

DW trennt sich von Moderator
15. August 2019,

Ein Moderator der Deutschen Welle (DW) soll Frauen sexuell missbraucht haben. Die Anschuldigungen kommen unter anderem von einer ehemaligen freien Mitarbeiterin der DW und von einer ägyptischen Bloggerin. Der Journalist, der ebenfalls aus Ägypten stammt und für das arabischsprachige Programm der DW gearbeitet hat, bestreitet die Vorwürfe und hat sich juristische Schritte vorbehalten.

Die ZEIT hatte Anfang August groß über den Fall berichtet. Nach ihren Informationen ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin gegen den Moderator wegen des „Anfangsverdachts einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung“.

Der Fall möglicher sexueller Belästigung ist seit Herbst 2018 bekannt, damals hatte die DW im Intranet darüber informiert. Da die Anschuldigungen in einer Untersuchung als glaubwürdig eingestuft worden seien, habe das Haus „sofort die erforderlichen Konsequenzen gezogen“, hieß es in der Intranetmeldung vom September 2018. „Die beschuldigte Person arbeitet nicht mehr für die DW.”

Nach dem aktuellen Artikel in der ZEIT wollte die DW zwar zu den konkreten Einzelfällen „aus rechtlichen Gründen grundsätzlich keine Stellung“ nehmen. Aber sie veröffentlichte eine Stellungnahme und erklärte, aus Anlass der #MeToo-Fälle in anderen Unternehmen habe die DW-Geschäftsleitung im Mai 2018 eine interne Aufklärungskampagne über das Vorgehen in Verdachtsfällen von Machtmissbrauch und Übergriffen jeder Art initiiert und „die Beschäftigten ausdrücklich aufgefordert, Vorfälle zu melden“. Im Rahmen dieser Kampagne habe es erste Hinweisen gegeben. Diesen sei die Geschäftsleitung nachgegangen und habe umgehend gehandelt, sofern sie dabei Kenntnis von arbeitsrechtlich relevante Verhaltensweisen erhalten habe.

Die Unternehmenspolitik der DW sei darauf ausgerichtet, „alle Beschäftigten vor Übergriffen jedweder Art zu schützen. Dies beinhaltet auch, dass das Vorbringen von konstruktiver Kritik oder nachvollziehbaren Vorwürfen nicht zu einer Benachteiligung führt.“ Zur Stärkung dieser Unternehmenslinie hat die DW nach eigenen Angaben 2018 und 2019 zahlreiche Veranstaltungen, Workshops und Schulungen für Mitarbeitende und Führungskräfte durchgeführt.||

Eine Meldung aus JOURNAL 4/19, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im August 2019.

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Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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