MEDIENSZENE NRW

Deutschlandradio: neuer Intendant, neue Namen

Stefan Raue folgt auf Willi Steul
14. Juni 2017, DJV-NRW

Das Deutschlandradio hat einen neuen Intendanten: Nachfolger von Willi Steul wird Stefan Raue, bisher Chefredakteur für Fernsehen, Radio und Online beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Der Rundfunkrat hat Raue am 8. Juni mit 26 von 36 Stimmen gewählt. Erforderlich war eine Zweidrittel-Mehrheit. Der 58-Jährige tritt sein Amt zum 1. September an.

Stefan Raue. | Foto: MDR/Marco Prosch
Stefan Raue. | Foto: MDR/Marco Prosch

Raue startete seinen beruflichen Werdegang beim WDR. Nach Stationen bei Rias-TV und ZDF holte ihn der damalige MDR-Intendant Udo Reiter 2011 als trimedialen Chefredakteur nach Leipzig. Erfahrungen und Amtsführung fand der Verwaltungsrat des Deutschlandradios so überzeugend, dass er den gebürtigen Wuppertaler im April einstimmig zur Wahl vorschlug.

Medienberichten zufolge war es allerdings nicht ausgemacht, dass Raue im Rundfunkrat die ausreichende Stimmzahl erreichen würde. Zwar sei an dem Kandidaten selbst nicht auszusetzen. Der Rundfunkrat fühlte sich aber zum „Abnickverein“ degradiert, weil er nur über einen Kandidatenvorschlag abstimmen dürfe. Genau so steht es allerdings im Staatsvertrag: Der Verwaltungsrat schlägt eine Person vor, der Rundfunkrat entscheidet.

Nach der Wahl Raues hat der Rundfunkrat angekündigt, gegenüber dem Gesetzgeber die Initiative zu ergreifen, um die Rolle des Hörfunkrats im Wahlverfahren zu stärken. Die Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Verwaltungsrat haben hierfür bereits ihre Unterstützung signalisiert.

Auch wenn der Hörfunkrat Raue nun mit lobenden Worten als den richtigen Mann präsentierte, „um das Profil von Deutschlandradio in der Debatte zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weiter zu schärfen“: Im Vorfeld war zu hören, dass viele Mitglieder lieber Andreas-Peter Weber an seiner Stelle gesehen hätten, den Programmdirektor des Deutschlandradios. Er war unter den vier Kandidaten, mit denen der Verwaltungsrat gesprochen hatte, soll aber keine Chance auf die Nominierung gehabt haben.

Der scheidende Intendant Dr. Willi Steul hatte im November 2016 sein Amt vorzeitig zur Verfügung gestellt, ursprünglich zum 1. Mai. Allerdings hatte sich die Suche nach einem Nachfolger verzögert. Steul leitete das Deutschlandradio seit 2009 und hat das Haus ab 2012 durch einen teilweise schwierigen Reformprozess geführt. Im Umgang mit der Belegschaft bewies er dabei nicht immer eine glückliche Hand.

Für eines der jüngst abgeschlossenen Projekte, die Umbenennung der Deutschlandradio-Programme, soll sich Programmdirektor Weber stark gemacht haben: Seit dem 1. Mai heißen die Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova, um die Verwandtschaft zu unterstreichen. Die Webadressen dazu heißen deutschlandfunk.de, deutschlandfunkkultur.de, deutschlandfunknova.de.

Der Name Deutschlandradio bleibt trotzdem erhalten. Er bezeichnet die Körperschaft und wird in der Medienpolitik, für Arbeitgeber oder in den Mailadressen der Mitarbeiter weiterverwendet. In der Kommunikation nach außen sollen aber die drei Programme im Vordergrund stehen.

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Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

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Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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