Im ersten Workshop sprachen Arne Pöhnert, Maren Letterhaus, Stanley Vitte und Helene Pawlitzki (hinten, v.l.) übers Geld. | Foto: Corinna Blümel
Im ersten Workshop sprachen Arne Pöhnert, Maren Letterhaus, Stanley Vitte und Helene Pawlitzki (hinten, v.l.) übers Geld. | Foto: Corinna Blümel
 
AUS- UND WEITERBILDUNG

Lagerfeuer im Regen

Der DJV-NRW beim Campfire-Festival in Dortmund
18. Oktober 2017, Corinna Blümel

Traumberuf oder nicht? Wie sieht die Realität im Journalismus aus und wie wäre sie zu verbessern? Wie finde ich als Anfänger in den Beruf und wie bestimme ich bei Verhandlungen den Wert meiner Arbeit und meiner Fertigkeiten? Darüber diskutierte der DJV-NRW am letzten Tag des Campfire-Festival für Journalismus und Neue Medien auf dem Gelände der TU Dortmund. Trotz wechselhaften Wetters kamen viele, vor allem junge Besucherinnen und Besucher ins DJV-Zelt. Belohnt wurden sie mit handfesten Praxistipps und Anregungen. Es gab aber auch Gelegenheit, gemeinsam Ideen für eine bessere Zukunft zu spinnen.

Das Recherchebüro Correctiv und das Institut für Journalistik der TU Dortmund hatten das Festival mit Diskussionen, Workshops, Lesungen und Konzerten auf die Beine gestellt. Vom 6. bis 9. September sollte die weiße Zeltstadt als „Lagerfeuer“ funktionieren, an dem sich die Branche versammelt, aber auch alle anderen, die sich für Journalismus interessieren.

In einem der Zelte hatte sich der DJV-NRW an diesem Samstag einquartiert. Morgens beim Aufbau waren die DJVler nicht so sicher, ob das was wird: Nur wenige Menschen waren auf dem Festival-Gelände zwischen den Unigebäuden unterwegs, viele Anlaufpunkte noch geschlossen. Auf den Wegen zwischen Zelten und Bühnen versanken die Schuhe tief in den Matsch ein.

Reden wir übers Geld!

Und doch füllten sich die Bankreihen, als es um halb elf losging: Vorne saßen vier Vertreter aus dem Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten (FA3J): Arne Pöhnert, Maren Letterhaus, Stanley Vitte und Helene Pawlitzki taten das, was man normalerweise wenn überhaupt nur hinter vorgehaltener Hand tut: Sie redeten übers Geld.

Offen berichteten die vier über verpatzte Verhandlungen und das Erschrecken, wenn der erste Steuerbescheid kommt, über fehlende Rücklagen und über die Probleme, den Wert der eigenen Arbeit einzuschätzen – sei es als Freie oder Angestellte. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfuhren, warum es ein schlechtes Zeichen ist, wenn das Gegenüber in der Verhandlung sofort zustimmt, welche Vorteile Tariflöhne haben, und warum eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft gerade auch für Berufsanfänger sinnvoll ist. Umgekehrt kamen aus dem Publikum zahlreiche Anregungen, wie der DJV dem Nachwuchs auf die Sprünge helfen kann.

Im zweiten Workshop erzählten Fabian Felder und Marie Illner, was sie am Beruf nervt. | Foto: Arne Pöhnert
Im zweiten Workshop erzählten Fabian Felder und Marie Illner, was sie am Beruf nervt. | Foto: Arne Pöhnert

Richtig voll wurde es beim Live-Rant am Nachmittag. Die freien Journalisten Fabian Felder und Marie Illner zogen darüber vom Leder, was sie am Journalistenberuf so richtig nervt: verbaute Zugänge für Anfänger, zu wenig Diversität in Redaktionen, kaum Mut bei Themen und Formaten.

Realität trifft Träume

Was Besserung bringen könnte, sammelten die Teilnehmer anschließend mit der Design-Thinking-Methode. | Foto: Corinna Blümel
Was Besserung bringen könnte, sammelten die Teilnehmer anschließend mit der Design-Thinking-Methode. | Foto: Corinna Blümel

„Wo es viel zu kritisieren gibt, gibt es auch ein großes Potenzial für Verbesserungen“, leitete die stellvertretende Landesvorsitzende Andrea Hansen zum zweiten Teil des Workshops über. Mit der Design-Thinking-Methode sammelten die Teilnehmenden kreative Strategien, um den Berufsalltag und den Journalismus selbst zu verbessern. Bei ihren Träumen waren die Jungen bemerkenswert realitätsbezogen und wünschten sich vor allem bessere Strukturen und mehr Raum für kreative Prozesse.

„Das ist ein guter Fundus an Ideen für unsere gewerkschaftliche Arbeit“, freute sich Andrea Hansen über die Ausbeute am verregneten Lagerfeuer. Und auch Arne Pöhnert zog für den FA3J eine positive Bilanz: „Wir haben jetzt viel Stoff, um daran im DJV-NRW weiterzuarbeiten.“

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Krankenkassen- und Krankenversicherungen

Die Branche der Krankenkassen und -versicherungen ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen gekennzeichnet. Allein in Nordrhein-Westfalen sind rund 60 gesetzliche Krankenkassen tätig.

Wichtigste Unterscheidung in der Branche ist die nach gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen. Die meisten Menschen, nämlich rund 75 Millionen bundesweit, sind über die
gesetzlichen Kassen versichert. Diese wiederum haben sich zum Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzen­verband) zusammengeschlossen (➝ www.gkv-spitzenverband.de). Unter ihnen lassen sich ferner Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), Betriebskrankenkassen (BKK), Innungskrankenkassen (IKK), Ersatzkassen, Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) unterscheiden. Die Wahl der Krankenkasse ist heute nach § 175 SGB V grundsätzlich frei – berufs- und betriebsunabhängig.
Größte gesetzliche Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen ist die AOK Rheinland/Hamburg mit Sitz in Düsseldorf mit aktuell 2,9 Mio.
Versicherten und mehr als 100 Geschäftsstellen. (➝ www.aok.de/rheinland-hamburg). Die ebenfalls in NRW (und Schleswig-Holstein) tätige AOK NORDWEST betreut rund 2,8 Mio. Versicherte in über
180 Geschäftsstellen (➝ www.aok.de/nordwest).
Fast ein Drittel der Bevölkerung ist bei den in NRW tätigen Ersatzkassen versichert (TK, BARMER GEK, DAK Gesundheit, hkk, KKH Allianz, HEK), die allein in NRW rund 6,2 Mio. Versicherte betreuen. Dach­verband ist der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) (➝ www.dvek.de/ Bereich „Landesvertretungen“). Eine weitere große Gruppe sind die rund 25 Betriebskrankenkassen, die im Lande tätig sind – mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern. Der BKK-Landesverband NORDWEST mit einer Hauptverwaltung in Essen ist die Dachorganisation für die Betriebskrankenkassen in NRW, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Er steht für insgesamt 2,5 Mio. Versicherte. (➝ www.bkk-nordwest.de).
Vornehmlich im Bereich des Handwerks sind die Innungskrankenkassen tätig. Größte ist mit bundesweit 3,5 Millionen Versicherten die IKK classic (➝ www.ikk-classic.de). Als eigenständige Kassenart versichert auch die Knappschaft Bahn-See mit Sitz in Bochum rund 800 000 Menschen in NRW; bundesweit sind es 1,6 Mio. (➝ www.kbs.de).
Landwirte und ihre Angehörigen sind über die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) versichert. Bundesweit handelt es sich um rund 650 000 Versicherte (➝ www.svlfg.de).
Den gesetzlichen Kassen stehen die privaten Krankenversicherungen gegenüber – mit rund 50 Gesellschaften, die allesamt bundesweit tätig sind. Ein gutes Dutzend der Privaten hat seinen Stammsitz in NRW. Vertreten werden sie vom Verband PKV (➝ www.pkv.de).

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gesetzlichen Kassen versichert. Diese wiederum haben sich zum Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzen­verband) zusammengeschlossen (➝ www.gkv-spitzenverband.de). Unter ihnen lassen sich ferner Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), Betriebskrankenkassen (BKK), Innungskrankenkassen (IKK), Ersatzkassen, Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) unterscheiden. Die Wahl der Krankenkasse ist heute nach § 175 SGB V grundsätzlich frei – berufs- und betriebsunabhängig.
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