TARIFE | LOKALFUNK

Mal hü, mal hott: Wachsender Unmut im Lokalfunk

18. Oktober 2017, DJV-NRW

Bei den Lokalfunk-Beschäftigten wächst in den Verhandlungen um einen neuen Gehaltstarifvertrag der Unmut. Denn nicht nur, dass diese äußerst schleppend verlaufen. Die Arbeitgeberseite macht den Gewerkschaften das Leben momentan in einem verwirrenden „mal hü, mal hott“ schwer.
Dabei hatte es im Sommer ganz gut ausgesehen: Im Vorfeld der vierten Verhandlungsrunde hatten sich die Arbeitgeber überraschend von ihren Forderungen nach Öffnungsklauseln für „notleidende“ Sender verabschiedet. Nun sollte endlich „nur“ über die lineare Erhöhung der Tarifgehälter verhandelt werden (siehe Online-JOURNAL 4/17).
Das wird auch höchste Zeit, finden viele Beschäftigte. Im Vorfeld der fünfte Runde am 26. September hatte deshalb etwa ein Drittel der Redaktionen Unterschriftenlisten an die Arbeitgeber geschickt – mit der Forderung nach einem zügigen und angemessenen Abschluss, der über den angebotenen 1,x Prozent liegen muss.

Erneute Kehrtwende

Statt die Botschaft ernstzunehmen, präsentierte die Gegenseite im September eine erneute Kehrwende: Nun wollte man doch wieder über Themen des Manteltarifvertrags sprechen. Dabei haben die Arbeitgeber strukturelle Änderungen auf dem Zettel, die Einsparungen bringen sollen. Gespräche dazu haben die Gewerkschaften sogar zugesagt. Sie haben allerdings noch mal deutlich gemacht, dass sie in dieser Gehaltsrunde nicht über Mantel-Themen sprechen wollen. Entsprechend zäh verliefen die Verhandlungen Ende September.
Zumal die Forderung der Arbeitgeber es in sich hatte: Anhebung der Gehälter nur bei gleichzeitiger Absenkung der Jahresleistung. Die Gewerkschaften schlugen stattdessen eine Gehaltserhöhung in zwei Schritten vor. Die Gegenseite wollte hier aber einen Zusatz im Gehaltstarifvertrag: Danach sollte die zweite Stufe nur dann greifen, wenn beide Seiten bis dahin einen Abschluss der Strukturgespräche geschafft hätten. Unabhängig von ihrer Bereitschaft zu Gesprächen über die Struktur: Auf so eine Vereinbarung können sich die Gewerkschaften nicht einlassen. Dann war die Luft raus, über die nächsten Vorschläge haben beide Seiten nicht mehr wirklich verhandelt. Der letzte, halbherzige Vorschlag der Arbeitgeber lautete 2,1 Prozent vom 1.10.17 bis 30.9.2019 (entspräche fünf Leermonaten) oder einmalig 600 Euro bis Mitte 2018.
Nachdem feststand, dass man unter diesen Bedingungen nicht zusammenkommen würde, wurden die Verhandlungen erst einmal unterbrochen – ohne einen neuen Verhandlungstermin zu vereinbaren. Beide Seiten wollen im Oktober sondieren, ob man doch noch zu einem Abschluss kommen könnte. Die Lokalfunker erwarten das Ergbnis mit Ungeduld.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Krankenkassen- und Krankenversicherungen

Die Branche der Krankenkassen und -versicherungen ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen gekennzeichnet. Allein in Nordrhein-Westfalen sind rund 60 gesetzliche Krankenkassen tätig.

Wichtigste Unterscheidung in der Branche ist die nach gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen. Die meisten Menschen, nämlich rund 75 Millionen bundesweit, sind über die
gesetzlichen Kassen versichert. Diese wiederum haben sich zum Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzen­verband) zusammengeschlossen (➝ www.gkv-spitzenverband.de). Unter ihnen lassen sich ferner Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), Betriebskrankenkassen (BKK), Innungskrankenkassen (IKK), Ersatzkassen, Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) unterscheiden. Die Wahl der Krankenkasse ist heute nach § 175 SGB V grundsätzlich frei – berufs- und betriebsunabhängig.
Größte gesetzliche Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen ist die AOK Rheinland/Hamburg mit Sitz in Düsseldorf mit aktuell 2,9 Mio.
Versicherten und mehr als 100 Geschäftsstellen. (➝ www.aok.de/rheinland-hamburg). Die ebenfalls in NRW (und Schleswig-Holstein) tätige AOK NORDWEST betreut rund 2,8 Mio. Versicherte in über
180 Geschäftsstellen (➝ www.aok.de/nordwest).
Fast ein Drittel der Bevölkerung ist bei den in NRW tätigen Ersatzkassen versichert (TK, BARMER GEK, DAK Gesundheit, hkk, KKH Allianz, HEK), die allein in NRW rund 6,2 Mio. Versicherte betreuen. Dach­verband ist der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) (➝ www.dvek.de/ Bereich „Landesvertretungen“). Eine weitere große Gruppe sind die rund 25 Betriebskrankenkassen, die im Lande tätig sind – mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern. Der BKK-Landesverband NORDWEST mit einer Hauptverwaltung in Essen ist die Dachorganisation für die Betriebskrankenkassen in NRW, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Er steht für insgesamt 2,5 Mio. Versicherte. (➝ www.bkk-nordwest.de).
Vornehmlich im Bereich des Handwerks sind die Innungskrankenkassen tätig. Größte ist mit bundesweit 3,5 Millionen Versicherten die IKK classic (➝ www.ikk-classic.de). Als eigenständige Kassenart versichert auch die Knappschaft Bahn-See mit Sitz in Bochum rund 800 000 Menschen in NRW; bundesweit sind es 1,6 Mio. (➝ www.kbs.de).
Landwirte und ihre Angehörigen sind über die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) versichert. Bundesweit handelt es sich um rund 650 000 Versicherte (➝ www.svlfg.de).
Den gesetzlichen Kassen stehen die privaten Krankenversicherungen gegenüber – mit rund 50 Gesellschaften, die allesamt bundesweit tätig sind. Ein gutes Dutzend der Privaten hat seinen Stammsitz in NRW. Vertreten werden sie vom Verband PKV (➝ www.pkv.de).

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