Moderator Thorsten Kabitz, Christoph Lemmer, Simone Jost- Westendorf, Carsten Baera, Timo Fratz, Kathrin Staiger (v.l.). | Foto: Sascha Fobbe
Moderator Thorsten Kabitz, Christoph Lemmer, Simone Jost- Westendorf, Carsten Baera, Timo Fratz, Kathrin Staiger (v.l.). | Foto: Sascha Fobbe
 
LOKALFUNK

Plattform für Radioprofis

9. Medientreff für den NRW-Lokalfunk am 7. und 8. September in Siegburg
13. Oktober 2017, DJV-NRW

Wie geht es weiter mit dem NRW-Lokalfunk, wenn Technologien wie DAB+, Streaming und Smart Speaker das Nutzungsverhalten ändern? Bleibt der Lokalfunk wettbewerbsfähig? Wie gewinnen und binden Sender gute Mitarbeiter? Um diese Fragen ging es beim 9. Medientreff, zu dem das Medienkompetenz–Zentrum des Katholisch-Sozialen Instituts (KSI) und die MQ GmbH diesmal nach Siegburg einluden. Rund 70 Teilnehmer aus dem Lokalfunk, dem Campus- und Bürgerfunk und anderen Bereichen kamen zur Fachtagung unter dem Motto „Verstehen – vertrauen – verantworten“.
Der neue Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Dr. Tobias Schmid, der wegen anderer Termine nicht vor Ort war, meldete sich per Video mit seinem ersten öffentlichen Statement zur Zukunft des Lokalfunks. Die Verantwortlichen müssten klären, wie sie sich aufstellen, forderte er. So abgeschottet wie bisher werde der NRW-Radiomarkt mit DAB+ nicht bleiben. Es brauche Vielfalt, damit der Lokalfunk am Ende nicht „willfähriges Opfer von internationalen Konzernen“ werde.
Sollte sich der Lokalfunk gegen eine Beteiligung an DAB+ entscheiden und jemand anders nutze die Frequenzen, wolle er hinterher „kein Geheule hören“, machte Schmid deutlich. Die Verantwortung liege bei Betriebsgesellschaften und Veranstaltergemeinschaften.

Radioinhalte bei Alexa und Co.

Nicht nur der LfM-Direktor sprach über Herausforderungen für den Lokalfunk. Medienberater Christian Schalt erläuterte, wie sich das Nutzungsverhalten durch Smart Speaker wie Alexa und Google Home ändert. Einer aktuellen US-Studie zufolge seien dabei ganz klassische Radioinhalte gefragt: Musik, Wetter und Nachrichten. Die Lokalradios müssten hier auftauchen, sonst hörten die Nutzer eben andere Sender, prognostizierte Schalt.
Im teils kurzfristig geänderten Workshop-Programm befasste sich Timo Naumann, Geschäftsführer des Verbands Lokaler Rundfunk (VLR), in dem die Veranstaltergemeinschaften organisiert sind, mit den neuen Nutzerzahlen für DAB+. Weiteres Thema war die Ankündigung des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), eine Beteiligung an DAB+ sei unter bestimmten Bedingungen vorstellbar. Naumanns Fazit im Abschlusspanel: Auch wenn DAB+ die Teilnehmer nicht überzeuge – „da passiert was, und wir müssen Teil der Entwicklung sein“.
In weiteren Workshops ging es um Mobile Reporting und Social Media. Eine vierte Diskussion unter Leitung von Christian Pflug (Radio Essen) drehte sich um Mitarbeitergewinnung und -motivation. Sie zeigte: Ohne ausreichend feste Stellen und angemessene Honorare für Freie wird es schwierig, Mitarbeiter zu binden.

Was Teams stark macht

Das knüpfte an das Panel „Constructive Work – was Teams stark macht“ vom Vortag an, in dem ebenfalls Geld ein Thema war. Nach Einschätzung des Medientrainers Detlef Kuschka wird zwar viel in die Ausbildung der Volontäre investiert, aber zu wenig in die Weiterbildung der Redakteure.
Um das schwindende Vertrauen der Nutzer in professionelle Medien ging es beim Panel „Constructive Radio – das Radio Deines Vertrauens“. Es litt allerdings unter unklaren Begrifflichkeiten. Klar wurde: Vertrauen ist schnell verspielt, aber schwer wieder zu gewinnen. Und da Nutzer sich im Lokalen auskennen, fallen Fehler sofort auf.
Ein Thema beim Get Together am ersten Abend war die Weiterentwicklung des Formats: Die Hauptorganisatoren Stefan von der Bank und Ursula Wienken (die krankheitsbedingt fehlte) hatten schon 2016 angekündigt, dass sie diese Verantwortung nicht länger tragen könnten. Die abendlichen Gesprächen zeigten: Die Tagung soll erhalten bleiben. Auch Volkmar Kah, Geschäftsführer des DJV-NRW, signalisierte, dass der DJV sich weiter einbringen will: „Der Medientreff ist eine wichtige Plattform, auf der Lokalfunker über Zukunftsvisionen und Herausforderungen debattieren können. Das war mein erster Medientreff, ich wäre schon gerne bei den nächsten dabei!“
Jetzt sei ein guter Zeitpunkt, dass der Medientreff sich weiterentwickele, erklärte Stefan von der Bank bei der Verabschiedung: „Er ist wichtig, um Entwicklungen aufzugreifen und nach vorne zu denken.“ Dabei sollten die vorhandenen Aktivitäten im Bereich der Qualifizierung und des Austausches weiter vernetzt werden. Institutionen wie die LfM oder radio NRW seien nun gefragt, Verantwortung zu übernehmen und kreativ und innovativ zu werden.
Zu den Unterstützern des Medientreffs gehören die LfM, der Verband der Betriebsgesellschaften, der VLR, radio NRW und der DJV-NRW. Im Herbst sollen erste Gespräche stattfinden, um neue Strukturen auf den Weg zu bringen.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Krankenkassen- und Krankenversicherungen

Die Branche der Krankenkassen und -versicherungen ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen gekennzeichnet. Allein in Nordrhein-Westfalen sind rund 60 gesetzliche Krankenkassen tätig.

Wichtigste Unterscheidung in der Branche ist die nach gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen. Die meisten Menschen, nämlich rund 75 Millionen bundesweit, sind über die
gesetzlichen Kassen versichert. Diese wiederum haben sich zum Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzen­verband) zusammengeschlossen (➝ www.gkv-spitzenverband.de). Unter ihnen lassen sich ferner Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), Betriebskrankenkassen (BKK), Innungskrankenkassen (IKK), Ersatzkassen, Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) unterscheiden. Die Wahl der Krankenkasse ist heute nach § 175 SGB V grundsätzlich frei – berufs- und betriebsunabhängig.
Größte gesetzliche Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen ist die AOK Rheinland/Hamburg mit Sitz in Düsseldorf mit aktuell 2,9 Mio.
Versicherten und mehr als 100 Geschäftsstellen. (➝ www.aok.de/rheinland-hamburg). Die ebenfalls in NRW (und Schleswig-Holstein) tätige AOK NORDWEST betreut rund 2,8 Mio. Versicherte in über
180 Geschäftsstellen (➝ www.aok.de/nordwest).
Fast ein Drittel der Bevölkerung ist bei den in NRW tätigen Ersatzkassen versichert (TK, BARMER GEK, DAK Gesundheit, hkk, KKH Allianz, HEK), die allein in NRW rund 6,2 Mio. Versicherte betreuen. Dach­verband ist der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) (➝ www.dvek.de/ Bereich „Landesvertretungen“). Eine weitere große Gruppe sind die rund 25 Betriebskrankenkassen, die im Lande tätig sind – mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern. Der BKK-Landesverband NORDWEST mit einer Hauptverwaltung in Essen ist die Dachorganisation für die Betriebskrankenkassen in NRW, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Er steht für insgesamt 2,5 Mio. Versicherte. (➝ www.bkk-nordwest.de).
Vornehmlich im Bereich des Handwerks sind die Innungskrankenkassen tätig. Größte ist mit bundesweit 3,5 Millionen Versicherten die IKK classic (➝ www.ikk-classic.de). Als eigenständige Kassenart versichert auch die Knappschaft Bahn-See mit Sitz in Bochum rund 800 000 Menschen in NRW; bundesweit sind es 1,6 Mio. (➝ www.kbs.de).
Landwirte und ihre Angehörigen sind über die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) versichert. Bundesweit handelt es sich um rund 650 000 Versicherte (➝ www.svlfg.de).
Den gesetzlichen Kassen stehen die privaten Krankenversicherungen gegenüber – mit rund 50 Gesellschaften, die allesamt bundesweit tätig sind. Ein gutes Dutzend der Privaten hat seinen Stammsitz in NRW. Vertreten werden sie vom Verband PKV (➝ www.pkv.de).

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Wichtigste Unterscheidung in der Branche ist die nach gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen. Die meisten Menschen, nämlich rund 75 Millionen bundesweit, sind über die
gesetzlichen Kassen versichert. Diese wiederum haben sich zum Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzen­verband) zusammengeschlossen (➝ www.gkv-spitzenverband.de). Unter ihnen lassen sich ferner Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), Betriebskrankenkassen (BKK), Innungskrankenkassen (IKK), Ersatzkassen, Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) unterscheiden. Die Wahl der Krankenkasse ist heute nach § 175 SGB V grundsätzlich frei – berufs- und betriebsunabhängig.
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Fast ein Drittel der Bevölkerung ist bei den in NRW tätigen Ersatzkassen versichert (TK, BARMER GEK, DAK Gesundheit, hkk, KKH Allianz, HEK), die allein in NRW rund 6,2 Mio. Versicherte betreuen. Dach­verband ist der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) (➝ www.dvek.de/ Bereich „Landesvertretungen“). Eine weitere große Gruppe sind die rund 25 Betriebskrankenkassen, die im Lande tätig sind – mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern. Der BKK-Landesverband NORDWEST mit einer Hauptverwaltung in Essen ist die Dachorganisation für die Betriebskrankenkassen in NRW, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Er steht für insgesamt 2,5 Mio. Versicherte. (➝ www.bkk-nordwest.de).
Vornehmlich im Bereich des Handwerks sind die Innungskrankenkassen tätig. Größte ist mit bundesweit 3,5 Millionen Versicherten die IKK classic (➝ www.ikk-classic.de). Als eigenständige Kassenart versichert auch die Knappschaft Bahn-See mit Sitz in Bochum rund 800 000 Menschen in NRW; bundesweit sind es 1,6 Mio. (➝ www.kbs.de).
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