TARIFE |

Es hakt bei Radio NRW

25. Juni 2024, red.

Während bei Funke als Antwort auf die Tarifflucht die Haustarifverhandlungen beginnen (siehe „WDR: Ein zähes Geschäft“), ist die Situation beim Lokalfunk-Rahmenprogramm Radio NRW schwieriger. Ende 2023 hatte der neue Geschäftsführer Marco Morocutti den Ausstieg aus dem ­Tarif verkündet. Das zarte Pflänzchen einer Tarifbewegung wurde hier aber schnell niedergetrampelt: Denn im Frühjahr folgte die zunächst vage Ankündigung, dass Stellen abgebaut werden sollen. Seit Mitte Mai ist bekannt, dass der Sender zwölf Beschäftigte vor die Tür setzen will.

„Radio NRW versucht das Betriebsergebnis ausschließlich zu Lasten derer zu verbessern, die den Laden am Laufen halten“, kritisierte Volkmar Kah, DJV-Geschäftsführer in NRW. Über einen Fachkräftemangel und Mitarbeitende, die zur Konkurrenz abwanderten, brauche man sich nicht zu wundern. „Wir sind alle daran interessiert, uns für den Lokalfunk und für Radio NRW stark zu machen“, bekräftigte Kah. „Aber in dieser neuen Morocutti-Manier geht das nicht.“ Dass Gesellschafter und Geschäftsführung nur Angst und Schrecken verbreiteten, sei der Belegschaft nicht länger zuzumuten. „Damit muss Schluss sein.“

Das Justiziariat des DJV-NRW steht betroffenen Mitgliedern bei Radio NRW beratend zur Seite./

Eine Meldung aus JOURNAL 2-24, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Juni 2024.