MEDIENSZENE NRW

Lokalfunkpreis für hartnäckige Recherche

17. Dezember 2019, Sascha Fobbe
Ausgezeichnete Recherche im Lokalfunk: Tania Janke (l.) und Andrea Hansen. | Foto: Uwe Völkner / FOX Fotoagentur
Ausgezeichnete Recherche im Lokalfunk: Tania Janke (l.) und Andrea Hansen. | Foto: Uwe Völkner / FOX Fotoagentur

Fast zwei Jahrzehnte lang hat Tania Janke von Radio RSG recherchiert, welche Folgen der Absturz eines US-Kampfjets im Jahr 1988 über Remscheid hatte. Dafür hat sie den Hörfunkpreis der Landesanstalt für Medien NRW in der Kategorie Information/Recherche gewonnen, den der DJV-NRW zum sechsten Mal gestiftet hat.

Bis heute halten sich Gerüchte, an Bord des Flugzeugs sei uranhaltige Munition gewesen. Janke sprach mit etlichen Augenzeugen, Ersthelfern, Politikern und mit dem US-Militär in Ramstein. Auch wenn heute noch viele Fragen offen sind, hat Janke die Jury überzeugt: „Das Lokalradio hat die Sorgen der Remscheider ernst genommen und fundierte Rechercheergebnisse abgeliefert. Investigative Recherche ist im Trend. Radio RSG hat bewiesen, dass auch ein Lokalradio diese journalistische Disziplin beherrscht“, heißt es in der Begründung.

„Im schnellen Medium Radio zählt Tagesaktualität. Eine Recherche, die über mehrere Jahrzehnte läuft, ist außergewöhnlich“, erklärte die stellvertretende Landesvorsitzende Andrea Hansen. „Wir als DJV-NRW wollen mit dem Preis dazu beitragen, dass Lokalfunkerinnen und Lokalfunkern im Arbeitsalltag Zeit für Recherche gegeben wird. Denn die ist extrem wichtig, damit Journalismus relevant bleibt.“

Seit 1992 vergibt die Landesanstalt für Medien NRW jedes Jahr Preise für herausragende redaktionelle Beiträge im Lokalfunk. So will sie die publizistische Qualität fördern. In diesem Jahr gab es insgesamt 183 Einsendungen im Bereich redaktioneller Beiträge, davon 15 in der Kategorie Information/Recherche. Die weiteren Gewinner in den redaktionellen Kategorien:

  • Medienethischer Sonderpreis (Stifter: die evangelischen Kirchen und die katholische Kirche in NRW): Jessica Schütz von Radio Bonn/Rhein-Sieg mit „Tag des Ehrenamtes: Die Sternenkinder-Fotografin Judith Mengel aus Rheinbach“
  • Unterhaltung: Sinah Donhauser und Tobias Fenneker von Radio Hochstift mit „Die Radio Hochstift-Blutgrätsche: Herzlich willkommen in Paderborn“
  • Moderation: Carmen Schmalfeldt und Sebastian Poullie von Radio Leverkusen für „Radio Leverkusen am Morgen“
  • Service/Beratung (Stifter: Verband der Betriebsgesellschaften in NRW e.V.): Timo Fratz, Timo Teichler und Sebastian Wiese von Radio Bielefeld für „Klimanotstand in Bielefeld“
  • Reportage: Lukas Hamels von Radio Erft für die Live-Berichterstattung von der Räumung des Hambacher Forstes am 12. September 2018
  • Sozialpreis NRW (Stifter: LAG Freie Wohlfahrtspflege NRW): Florian Rübener von Radio Wuppertal für „Gegen das Schweigen: Wer hilft bei Gewalt und Missbrauch?“
  • Projekte/Serie (Stifter: Verband Lokaler Rundfunk in Nordrhein-Westfalen e.V.): Antje Seemann von NE-WS 89.4 für „Vorurteilsfrei“
  • Sonderpreis der NRW-Hörfunkpreis-Jury: Timo Düngen, Lennart Hemme und Ralf Laskowski von Radio Emscher Lippe für „Deutschlands tiefste Morgensendung“ ||

Eine Meldung aus JOURNAL 6/19, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Dezember 2019.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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