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Rechtsstreit um Titel journalistin

30. Juli 2020, red.

Seit der Doppelausgabe Januar/Februar 2020 erschien der journalist auch als journalistin: Jeweils die Hälfte der Druckauflage trug die weibliche Berufsbezeichnung im Titel. Wem welche Variante des Mitgliedermagazins des DJV-Bundesverbands zugestellt wird, entschied der Zufall.

Die Namensgebung, die Matthias Daniel als Chefredakteur und Neuverleger des Magazins zusammen mit dem Bundesvorstand gewählt hatte, löste geteilte Reaktionen aus. Nicht jedes männliche Mitglied fühlt sich vom gegenderten Titel „mitgemeint“.

Gestoßen hat sich an der Entscheidung auch Nichtmitglied Johannes Oberauer. Der Verleger mehrerer Zeitschriften mit ähnlicher Zielgruppe (medium magazin, kress und PR-Report) macht Titelrechte geltend und hat geklagt. Denn einmal im Jahr hat das medium magazin aus dem Verlag Oberauer ein zweites, gedrehtes Cover auf der Rückseite, auf dem dann ebenfalls das Wort „journalistin“ steht.

Journalist

Oberauer hat eine einstweilige Verfügung erwirkt, dass der journalist die weibliche Form nicht mehr im Titel führen darf. Die „weibliche“ Hälfte der Juni-Ausgabe erschien deswegen mit ausgestrichenem „in“ (siehe Abbildung).

Matthias Daniel, der zum Jahreswechsel in die Rolle des Publishers geschlüpft ist, findet, dass die Medienbranche das Thema gendergerechte und zeitgemäße Sprache „viel zu lange ignoriert oder ausgesessen“ hat, und schließt dabei den journalist ausdrücklich ein. Im Jahr 2020 sei es „höchste Zeit, auch Journalistinnen den Raum und die Ansprache zu geben, die ihnen zustehen“, schreibt er in einem Text zum Rechtsstreit bei LinkedIn. Die Zeiten, in denen Frauen – oft herablassend – „mitgemeint“ waren, sind nach seiner Überzeugung endgültig vorbei. Und unabhängig, wie die juristische Auseinandersetzung weitergeht: Der journalist solle ein „Magazin für alle Journalist*innen“ sein und noch vielfältiger und gleichberechtigter werden./


Eine Meldung aus JOURNAL 4/20, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im August 2020.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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