Freie | 

Der Thementag Freie als Ideenbörse

16. April 2021, Corinna Blümel

Die Umbrüche durch die Coronapandemie sind ein bestimmendes Thema für freie Journalistinnen und Journalisten – aber nicht das einzige. Das zeigte der Thementag Freie, den der DJV Mitte März veranstaltete. Ob Arbeitsbedingungen und Honorare, Pressefreiheit und Schutz vor Angriffen, Verbandsklagerecht oder Urheberrecht: Der DJV bleibt auch in der Krise am Ball. Und er schaut weiterhin darauf, was jenseits der etablierten Auftraggeber und Geschäftsmodelle für Freie möglich ist.
Entsprechend bot die ganztägige digitale Veranstaltung – exklusiv und kostenlos für DJV-Mitglieder – für die rund 120 Teilnehmenden ein Informations-Update zu wichtigen Themen wie der Freien-Umfrage und den Coronahilfen sowie am Vormittag Mitsprachemöglichkeit zu den erwähnten Themenkomplexen (siehe unten). Vor allem aber gab es viel Austausch und eine Fülle von Anregungen und Ideen.

Ideen für neue Plattformen, für die Bildung von Teams und für mehr Arbeitsteilung brachte der Bundesvorsitzende Frank Überall schon in seinem Auftaktstatement ins Spiel. Im Anschluss sprach die freie Bildjournalistin Heike Rost mit dem Kollegen Wolfgang Sohn darüber, wie er mit der Krise umgeht. Der Fotograf, Veranstalter, Journalist und Künstler musste sein aktuelles Projekt, die Düsseldorfer PHOTO POPUP FAIR, auf Eis legen und hat die aufgebaute Ausstellung in den vergangenen Monaten für eine Reihe von eigenwilligen Porträtaufnahmen genutzt.

Was in der Nische alles möglich ist

Nachmittags stellten fünf freie Journalistinnen und Journalisten ihre aktuellen Projekte vor. Zu jedem Projekt gab es einen Zwei-Minuten-Pitch. Danach konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer Feedback geben und kurze Fragen stellen und anschließend in einer App bewerten, wie interessant und aussichtsreich sie das jeweilige Projekt finden.

Einer der Pitches drehte sich um das lokaljournalistische Angebot RUMS aus Münster. Ein weiterer Kandidat war der junge Wirtschaftsjournalist Maximilian Nowroth, der auf YouTube Wirtschaft verständlich erklärt. Antje Hinz hat sich mit ihrem Silberfuchsverlag auf Sachhörbücher spezialisiert. Jonathan Widder stellte Squirrel News vor, eine App, die positive Nachrichten kuratiert. Den Koch-Podcast Heimatgenuss und Weltwürze pitchten die Macherinnen Uschi Horner und Beke Maisch schließlich zu zweit. Beim abschließenden Get-together konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Thementags dann noch miteinander virtuell netzwerken.

Ein bisschen Verbandstagsfeeling

So motivierend dieser Teil des Thementags Freie war: Er hatte – ähnlich wie die Thementage zur Tarifpolitik (siehe Thementag Tarife: Wir brauchen einen Rechsanspruch) und zur Medienpolitik – auch die Aufgabe, die Lücke zu schließen, die der ausgefallene Verbandstag hinterlassen hat. Denn im November 2020 hätten die Delegierten auch über wichtige Freienthemen beraten sollen.

Zwar konnten auf dem Thementag Freie im März keine formalen Beschlüsse fallen, wie es die Beratung und Abstimmung von Anträgen auf Verbandstagen mit sich bringt. Aber ein bisschen Verbandstagsfeeling kam schon auf, als drei Arbeitsgruppen zu Arbeitsbedingungen, Urheberrecht und Coronahilfen am Vormittag ihre Anträge berieten und die Ergebnisse dann im digitalen Plenum zusammentrugen. Für den Bundesfachausschuss Freie und den Bundesvorstand ist so erkennbar, was die Freien zu den jeweiligen Themen denken. Unabhängig vom formalen Antragsbeschluss lassen sich daraus auch Projekte für das laufende Jahr ableiten.

Die Mischung aus Verbandstagsarbeit und inspirierendem Freientag war ein Experiment. Aber weil die Resonanz so positiv war, überlegt der Bundesfachausschuss Freie bereits, weiter mit dem digitalen Format zu experimentieren.

Wer am 15. März beim Thementag Freie nicht dabei sein konnte, findet die Aufzeichnung im DJV-Intranet unter „Webinare und Aufzeichnungen“.||

Ein Beitrag aus JOURNAL 2/21, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im April 2021.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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