MEDIENSZENE NRW

Digital News Initiative: Förderung für Projekte aus NRW

9. August 2017, red.
Digital News Initiative
Digital News Initiative

In der dritten Förderrunde seiner Digital News Initiative (DNI) hat Google knapp 3,7 Millionen Euro für acht Projekte und sieben Prototypen von Medien in Deutschland ausgeschüttet, darunter einige Projekte mit NRW-Bezug.

So erhält die Deutsche Welle (DW) 437.500 Euro für die neue Plattform news.bridge. Der Auslandssender will damit Zeit und Kosten sparen. Ein Mix aus Standardwerkzeugen für automatische Übertragung, Übersetzung, Voiceover und Zusammenfassungen von Video- und Audio-Inhalten soll die vielsprachige Ausgabe von Nachrichten erleichtern [http://blogs.dw.com/innovation/news-bridge-saving-newsrooms-time-spent-on-translation/]. Schon in den vergangenen Förderrunden hatte die DW Geld aus dem DNI-Topf erhalten – für den Aufbau einer Verifizierungsplattform und für ein Vorläuferprojekt von news.bridge, die Plattform speech.media.

Um Effizienz und Workflow geht es auch bei einem Projekt der Funke Mediengruppe, das mit 500.000 Euro gefördert wird. Sie will eine Technik entwickeln, mit der Redakteurinnen und Redakteure Videos einfacher im Verlagsnetzwerk finden und auf den verschiedenen Funke-Newsportalen einbinden können. Das Projekt ist bei den Programmzeitschriften angesiedelt. Funke sieht das Potenzial für ein neues Erlösmodell, um in Zukunft lokale und regionale Videos an Dritte verkaufen zu können.

Auch DuMont Net, die DuMont-Tochter für das Digitalgeschäft der Regionalmedien in der Mediengruppe, ist mit einem sechsstelligen Förderbetrag dabei. Gearbeitet wird an einer App namens RightHere, die durch „user generated content“ eine breitere Berichterstattung ermöglichen soll. Geplant ist, dass registrierte Nutzer auf ein Geschehen in ihrer direkten Umgebung hingewiesen werden. Sie könnten über die bedienerfreundliche App Videos, Texte und Fotos hochladen, die vor Veröffentlichung von der Redaktion geprüft werden sollen.

Die WirtschaftsWoche nutzt eine – ebenfalls sechsstellige – Innovationsförderung, um eine Virtual Reality-Plattform für den WirtschaftsWoche Club zu entwickeln. Mit der „WiWo Immersive News Lounge“ sollen Clubmitglieder künftig Veranstaltungen, Interviews und Geschichten der WiWo unabhängig von Zeit und Ort virtuell erleben und sich mit Journalisten, Expertinnen, CEOs und Entscheiderinnen austauschen können. Mittels 360 Grad- und 3D-Technologien will die WiWo wirtschaftliche Informationen anders erlebbar machen. Die Plattform passt zu den Bemühungen der Verlagsgruppe, ihr Standbein mit Veranstaltungen und „Live-Journalismus“ auszubauen (siehe Meldung Verlagsgruppe Handelsblatt investiert in „Live-Journalismus“).

In einer früheren Förderrunde hatte die Verlagsgruppe Handelsblatt den Förderpreis für die Entwicklung der Software „WirtschaftsWoche Pro“ erhalten, die Nutzern automatisiert branchenspezifisch kuratierte News aus Forschungseinrichtungen, Institutionen, Universitäten, Unternehmen und ausgewählten Online-Quellen liefert.
Der DNI Innovationsfonds hat die Termine für die vierte Runde bekannt gegeben. Die Bewerbung ist vom 13. September bis zum 12. Oktober möglich.||

 

Ein Beitrag aus JOURNAL 4/17, dem Mitglieder- und Medienmagazin des DJV-NRW.

Das könnte sie auch interessieren

Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

Zum Pressestellenverzeichnis