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Eine Annäherung, aber kein Ergebnis

Beim WDR wurde am 19. November zum siebten Mal verhandelt
17. Dezember 2019, Corinna Blümel

Die Streiks zeigen erste Wirkungen: Bei der siebten Verhandlungsrunde beim WDR am 19. November haben sich beide Seiten immerhin aufeinander zu bewegt. Bis zu einer Einigung sind allerdings noch einige Brocken wegzuräumen. Dass es dazu nicht kam, lag unter anderem daran, dass die Zeit der Geschäftsleitung am Verhandlungstag begrenzt war. Die Gewerkschaften DJV-NRW, DOV und ver.di wären bereit gewesen, bis zur Einigung zu verhandeln. So endete die Runde erneut ohne Ergebnis.

Das war enttäuschend, weil die Arbeitgeber bei einem Spitzengespräch auf ARD-Ebene Ende Oktober positive Signale gesendet hatten. Während NDR und MDR deutlich verbesserte Angebote vorlegten, über deren Annahme die Gewerkschaften Anfang Dezember entscheiden wollen, blieb der WDR weit hinter den geweckten Erwartungen zurück: Bei einer Laufzeit von 36 Monaten bot der Sender für Angestellte eine lineare Erhöhung von 2,25 Prozent ab 1. Dezember 2019, 2,20 Prozent ab 1. April 2020 sowie 2,0 Prozent ab 1. April 2021. Zusätzliche 0,3 Prozent würde der Sender drauflegen, falls die Gewerkschaften zustimmen, dass der besondere Steigerungsbetrag für künftige Beschäftigte entfällt. Als Ausgleich für die Leermonate von April bis Dezember 2019 sollen die Festen eine Einmalzahlung in Höhe von 900 Euro erhalten. Den Angestellten möchte der WDR zudem die Möglichkeit geben, fünf zusätzlichen Urlaubstage gegen entsprechenden Gehaltsverzicht einzutauschen. Das WDR-Angebot enthält zudem einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2024.

Wieder nur die Mindesthonorare

Für die Freien bot die WDR-Geschäftsleitung am 19. November erneut nur eine Erhöhung der Mindesthonorare an – um 2,25 Prozent ab 1. Dezember 2019, weitere 2,25 Prozent ab 1. April 2020 und 2,05 Prozent zum 1. April 2021. Hinzu käme eine Einmalzahlung von 425 Euro. „Dass sich der WDR – als letzte ARD-Anstalt – weigert, endlich über eine Erhöhung der Effektivhonorare zu reden, ist nicht nachvollziehbar“, kritisierte DJV-Verhandlungsführer Volkmar Kah. Weil der WDR seit Jahren darauf besteht, nur die Mindesthonorare zu erhöhen, bleibt die Mehrzahl der Freien von jeder linearen Tariferhöhung ausgeschlossen.

Kürzere Laufzeit, höhere Anpassung

Die Gewerkschaften forderten im Gegenzug für die Angestellten lineare Erhöhungen von 2,3 Prozent rückwirkend ab 1. April 2019, weitere 2,45 Prozent ab 1. April 2020 und 2,1 Prozent ab 1. April 2021. Zu ihrem Forderungspaket gehören zudem zwei zusätzliche Urlaubstage. Die Laufzeit soll bei 33 Monaten liegen. Für die Freien fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung der Effektivhonorare – um 2,3 Prozent ab 1. Dezember 2019, 2,45 Prozent ab 1. April 2020 und weitere 2,1 Prozent ab 1. April 2021. Auch hier stehen zwei zusätzliche Urlaubstage auf dem Forderungszettel, hinzu kommt eine Einmalzahlung von 600 Euro.

Die Forderungen der Gewerkschaften hatten die WDR-Beschäftigten mit einem weiteren Warnstreik am 15. November lautstark unterstützt: Rund 500 Feste und Freie legten an den elf Standorten die Arbeit nieder. In Köln fand eine zentrale Streikveranstaltung statt, Streikende aus Duisburg und Dortmund fuhren zum WDR-Studio Essen. Streikaktionen gab es auch in Aachen, Bielefeld, Münster, Siegen und Wuppertal. Viele Redaktionen arbeiteten in Notbesetzung, sodass es zu Programmausfällen und Programmverschiebungen kam.

Für die nächste Verhandlungsrunde am 14. Januar erwartet der DJV vom WDR ein deutlich verbessertes Angebot.||

Die Gewerkschaften konnten den WDR davon überzeugen, schon im Dezember weiterzuverhandeln. Am 16. Dezember erzielten die Tarifparteien ein Ergebnis.


Ein Beitrag aus JOURNAL 6/19, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Dezember 2019.

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