Medienzirkel

Forderung nach Arbeitszeiterfassung in Redaktionen

16. Juni 2019,

Arbeitgeber müssen die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter systematisch erfassen. Das hat der Europäische Gerichtshof im Mai entschieden (C-55/18). Gerade in Redaktionen , wo häufig Vertrauensarbeitszeit gilt, könnte das Urteil Auswirkungen haben. Der DJV sieht sich jedenfalls in seiner Forderung nach Einführung digitaler Erfassungssysteme in Redaktionen bestätigt.

Schon jetzt kann der Betriebsrat eine Erfassung der Arbeitszeiten durchsetzen, allerdings gibt es bisher kein Recht auf die Einführung digitaler Arbeitszeiterfassungssysteme. Dabei wäre nur ein solches digitales System für Beschäftigte und Arbeitgeber gleichermaßen praktikabel, wie Gerda Theile erklärt, DJV-Referentin für Tarife und Betriebsräte. „Vereinbarungen über die Arbeitszeit und damit verbundene Tariflöhne werden schnell unterlaufen, wenn die Arbeitszeit selbst nicht dokumentiert wird“, weiß Theile. Gerade Journalisten leisteten wegen ihres Berufsethos oft und gerne Mehrarbeit. Das lädt zum Missbrauch durch die Arbeitgeber ein.

Das EuGH-Urteil ist nach Überzeugung des DJV ein Weckruf für den deutschen Gesetzgeber. Er müsse den Arbeitnehmern durch ein Recht auf digitale Arbeitszeiterfassung den Rücken stärken. Auch die Arbeitgeber seien gefordert, die geleistete Arbeitszeit in den Redaktionen im Interesse der Arbeitnehmergesundheit nachvollziehbar zu erfassen.||

 

Eine Meldung aus JOURNAL 3/19, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Juni 2019.

 

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Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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