MEDIENSZENE NRW

Radio in NRW 2022: Landesregierung stellt Gesamtstrategie vor

17. Dezember 2019, sax

Staatssekretär Nathanael Liminski hat Ende November die lange angekündigte Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“ vorgestellt. So will die Landesregierung mit Änderungen im WDR- und im Landesmediengesetz NRW ein „vielfältiges und zukunftsfähiges Radio und einen wirtschaftlich tragfähigen Lokalfunk im digitalen Zeitalter“ sichern.

„Wir begrüßen das eindeutige Bekenntnis der Landesregierung zum Zwei-Säulen-Modell des NRW-Lokalfunks“, erklärte der DJV-Landesvorsitzende Frank Stach im Anschluss. „Wir hätten uns aber ein Bekenntnis zu den 44 existierenden Lokalfunksendern gewünscht.“

Eine der geplanten Veränderungen: Verleger sollen künftig sämtliche Anteile an einer Betriebsgesellschaft (BG) übernehmen können. Das geht bislang nur befristet und in Ausnahmefällen. Stach hält diese Maßnahme für den falschen Weg: „Wenn Städte, Gemeinden und Kreise nicht mehr in den BGen sind, schwächt das die lokale Verankerung. Wir hätten uns stattdessen gewünscht, dass sich die Veranstaltergemeinschaften eine Betriebsgesellschaft jenseits der Verleger suchen könnten.“ Der DJV-NRW hält die Anrechnung der Bürgerfunkstunden auf die Sendezeit für ein falsches Signal. Er begrüßt aber, dass die Landesregierung die lokale bzw. regionale Anbindung redaktioneller Strukturen, das gleichzeitige Engagement bei DAB+ sowie den Beitrag zum Erhalt des bestehenden Hörfunkangebots in NRW als Kriterien für die Vergabe der geplanten zweiten UKW-Kette festschreiben will. Alles das stützt aus DJV-Sicht den Lokalfunk.

Die Landesregierung hat außerdem angekündigt, den zweiten Schritt zur Werbezeitenreduzierung beim WDR nicht zu vollziehen. Nach Einschätzung des DJV-NRW eine richtige Entscheidung: Er hält einen werbefreien öffentlich-rechtlichen Rundfunk zwar für wünschenswert, hatte aber immer betont, dass dies einer soliden Gegenfinanzierung bedarf und die Gattung Radio insgesamt nicht beschädigt werden dürfe.

„Der DJV-NRW wird sich in den laufenden Gesetzgebungsverfahren einbringen, um die aus unserer Sicht falschen Punkte zu entschärfen“, kündigte Stach an. Mitte 2020 sollen die Gesetze beschlossen sein./

Eine Meldung aus JOURNAL 6/19, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Dezember 2019.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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