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Audiopreis 2022 in Düsseldorf verliehen

26. September 2022, Sascha Fobbe

 

Verleihung Audiopreis der LFM - Landesanstalt für Medien NRW. Foto: LFM - Landesanstalt für Medien NRW;
Im September wurde der Audiopreis der LFM – Landesanstalt für Medien NRW verliehen. Foto: LFM – Landesanstalt für Medien NRW;

„Wir feiern Ihren Beitrag zu Demokratie und Freiheit“, begrüßte der Direktor der Landesmedienanstalt NRW Dr. Tobias Schmid am 23. September rund 200 Nominierte und Gäste zur feierlichen Verleihung des Audiopreises 2022. Die Krisen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Audioanbieter in NRW unverzichtbar sind, deshalb sei eine Feier auch in der aktuellen Lage gerechtfertigt. Nach zwei pandemiebedingten Online-Veranstaltungen fand die Verleihung dieses Mal wieder im Düsseldorfer Hyatt statt. Auch Medienminister Nathanael Liminski betonte in seiner Rede die Bedeutung des „starken und vielfältigen“ Audiomarkts in NRW für die Demokratie.

Sich nicht einschüchtern lassen

Audiopreis 2022, Tobias Fenneker, Gewinner in der Kategorie Recherche
Audiopreis 2022: Tobias Fenneker (r.), Gewinner in der Kategorie Recherche, im Gespräch mit Moderator Konstantin Klostermann. | Foto: Sascha Fobbe

Diese Bedeutung zeigte sich gleich beim ersten Preisträger: Tobias Fenneker von Radio Hochstift gewann in der Kategorie „Recherche“. Er hatte vor fünf Jahren die Idee, ein Formular für anonyme Hinweise auf die Homepage seines Senders zu setzen. Mehr als 540 Hinweise sind inzwischen bei Radio Hochstift eingegangen – zu zahlungsunwilligen Krankenkassen, Behördenwillkür oder Arbeitgebern, die sich nicht an Gesetze, Tarife oder Verträge halten. In der Folge wurden Missstände aufgedeckt, ein Politiker trat von seinen Ämtern zurück, auch der NRW-Landtag befasste sich mit den Recherchen. Fenneker sprach bei der Preisverleihung seinen Kolleginnen und Kollegen im Lokalfunk Mut zu, sich nicht einschüchtern zu lassen. Auch bei Radio Hochstift seien namhafte Anwaltskanzleien vorstellig geworden, trotzdem habe der Sender nicht locker gelassen.

Auch in anderen Kategorien wurde die Bedeutung von Journalismus für Gesellschaft und Demokratie sichtbar: In der Kategorie „Respektvoller Umgang im Netz“ gewann eine fünfköpfige Redaktion der Deutschen Telekom AG für die zweite Staffel der Podcast-Reihe „Digital Crime – Wenn Worte zur Waffe werden“. Der Podcast der Westfalenpost von Gesa Born und Anja Wölker „Die Jahrhunderflut – Ein Jahr nach der Katastrophe“ gewann in der Kategorie „Vor Ort“. In fünf Episoden wurden die Folgen der Flut von vor einem Jahr in NRW nachgezeichnet.

Die Folgen des Ukrainekriegs für eine Familie, die nach Bielefeld flüchtete, beleuchtete der Beitrag „Die Flucht nach Bethel – Swetlanas Geschichte“ von Radio-Bielefeld-Chefredakteur Timo Fratz. Er gewann dafür den Preis der evangelischen und katholischen Kirche. Mit einer Reihe über eine Familie mit vier Pflegekindern gewann Simone Niewerth von Radio Lippewelle Hamm den Sozialpreis.

Die weiteren Preisträger:
* Angela Wegener, Michael Brockordt und Laura Mertens von Radio Wuppertal in der Kategorie „Leben, Service, Wissen“ für den BUGA-Thementag. Der Sender wollte die Hörer mit Infos in die Lage versetzen, sich in einem Bürgerentscheid inhaltlich für oder gegen eine Bewerbung der Stadt für die Bundesgartenschau 2031 auszusprechen.
* Jenny Weißenfels und Sebastian Poullie von Radio Leverkusen mit ihrer Frühsendung „Mein Morgen“ in der Kategorie „Moderation“.
* Sven Jaworek von Radio Bonn/Rhein-Sieg mit dem Wochenrückblick „Sven Jaworek’s Wochenabrechnung“ in der Kategorie „Unterhaltung“.

Über den Lokalfunk hinaus

Damit waren unter den ingesamt acht Gewinnerinnen und Gewinnern in den journalistischen Kategorien des Audiopreises zwei Teams, die nicht aus dem NRW-Lokalfunk kommen und mit Podcastformaten überzeugten. Zur 12-köpfigen Jury gehörten mit Andrea Hansen (stellvertretende Landesvorsitzende) und Andrea Donat (Beisitzerin Im Landesvorstand) zwei Vertreterinnen des DJV-NRW.

Der Recherche-Preis wird seit neun Jahren vom DJV-Landesverband NRW gestiftet. „Recherche ist die Basis des Journalismus“, begründete DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah bei der Preisverleihung das Engagement des Verbandes gerade für diese Kategorie.||