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RTL meldet Übernahme von Sky in Brüssel an

26. April 2026, cbl

Ende Februar hat RTL die geplante Übernahme von Sky Deutschland bei der EU-Kommission angemeldet. Die Sendergruppe hatte im Juni 2025 angekündigt, dass sie die US-Streamingplattform schlucken will. Dem müssen Wettbewerbs- und Medienkonzentrationsbehörden zustimmen.

Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hatte bereits im September 2025 erklärt, dass aus ihrer Sicht keine Einwände bestünden. Weil die geplante Übernahme auch Sky-Aktivitäten in Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol umfasst, ist die EU-Kommission für die wettbewerbsrechtliche Überprüfung zuständig.

Die Bertelsmann-Tochter RTL hofft, die Transaktion im ersten Halbjahr 2026 abzuschließen. Mittelfristig will Bertelsmann durch die Übernahme Synergien im Millionenbereich realisieren. Die Marken sollen getrennt bleiben, weil sie auch unterschiedliche Zielgruppen adressieren. Derzeit kommen RTL+ und Sky zusammen auf 11,5 Millionen bezahlte Streaming-Abos.

Mit der Übernahme will die RTL-Gruppe ihre Position im deutschsprachigen Streamingmarkt stärken und unabhängiger von den zunehmend schwierigen Werbemärkten werden. Diese schlechtere Erlöslage hatte dazu geführt, dass RTL in den vergangenen Monaten mit einem Abfindungsprogramm im größeren Umfang Stellen abgebaut hatte (siehe „Die Wochen nach dem Beben“).

Bertelsmann setzt seit einigen Jahren massiv auf RTL+. Das crossmediale Pay-Angebot mit Bewegtbild, Audio und Zeitschriften entwickelte sich zunächst allerdings etwas zögerlich. Inzwischen hat sich das Gewicht vor allem auf Bewegtbild verschoben./

Nach Drucklegung des Hefts und kurz vor der Auslieferung hat die EU-Kommission die Zustimmung erteilt, dass RTL Sky übernehmen darf.

Eine Meldung aus JOURNAL 1/26, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im April 2026.