Der WDR will seine drei jungen Radiowellen – 1Live, 1Live Diggi und Cosmo – strategisch neu aufstellen und so jüngere Menschen, vor allem mit internationalen Biografien, noch besser erreichen. Dafür sollen die drei Wellen unter dem Dach von 1Live gebündelt und klarer auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten werden. So will der Sender unter anderem auch diejenigen ansprechen, die seine Angebote bisher kaum oder wenig nutzen. Zugleich setzt der WDR damit auch Anforderungen aus dem Ende 2025 in Kraft getretenen Reformstaatsvertrag um.
„Junge Menschen mit ihren vielfältigen Bedürfnissen nutzen Radio und Audioangebote heute deutlich situativer
und plattformübergreifender als noch vor einigen Jahren“, erklärt Andrea Schafarczyk, WDR-Programmdirektorin für NRW, Wissen und Kultur. Öffentlich-rechtliche Angebote müssten das berücksichtigten und sich in ihrer
Ansprache deutlich unterschieden.
Während 1Live nur im üblichen Rahmen weiterentwickelt wird, ist für 1Live Diggi, das online und über DAB+ empfangbar ist, ein ganz neues Profil vorgesehen. Das Nachfolgeprogramm soll sich an die wachsende Gruppe Jüngerer richten, die in einer digital überreizten Medienwelt Ruhe, Sicherheit und eine unaufgeregte Medienumgebung suchen.
Als Schwerpunkt für Cosmo ist weiterhin entsprechend dem gesetzlichen Auftrag des WDR das interkulturelle Zusammenleben vorgesehen. Künftige Zielgruppe ist die kulturell diverse und urbane Community. Als weltweit größte und verbindende Jugendkultur soll Hip-Hop hier eine zentrale Rolle spielt.
In einem Bundesland, in dem mehr als 40 Prozent der unter 30-Jährigen eine Einwanderungsgeschichte haben, kann sich aber nicht nur Cosmo um diese Zielgruppe kümmern. „Kulturelle Vielfalt prägt NRW“, sagt Schiwa Schlei, Programmchefin von 1Live und Cosmo, mit Blick darauf, dass Migration längst Teil der Normalität sei, und die solle künftig alle drei jungen Wellen prägen. Indem der WDR diesen Alltag und diese Perspektivenvielfalt stärker in seine Berichterstattung integriere, bilde er die Realität in seinem Sendegebiet ab, so Schlei.
Die jungen Angebote sollen als digitale Medienmarken konsequent weiterentwickelt werden. Der umfassende Relaunch der drei Programme ist schrittweise ab Anfang 2027 geplant. Das Vorhaben bedarf noch der Befassung und Zustimmung der WDR-Gremien./
Eine Meldung aus JOURNAL 1/26, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im April 2026.