Beschleunigte Zeiten

15. Februar 2021, Frank Stach, Landesvorsitzender DJV-NRW

Mit einem Sternchen ändert sich unsere Sprache. Im DJV-NRW gendern wir mittlerweile in den Sitzungen, aber auch in der Kommunikation mit unseren Mitgliedern. Nach anfänglichen Vorbehalte mache ich mittlerweile selbst diese kleine Pause namens Gender-Gap, inzwischen auch ganz souverän. Viele Redaktionen sind da noch zurückhaltend. Aber selbst Claus Kleber spricht den Gender-Gap mitunter in den heute-Nachrichten. Anne Will tut es in ihrer Talkshow. Die Nachrichten des Deutschlandfunks stellen sich der Herausforderung der gendergerechten gesprochenen Sprache. Beim WDR diskutiert man immerhin darüber.

Eine weitere Dynamik zeigt die regionale Berichterstattung. Wo die Lokalzeitungen eine Lücke in Oer-Erkenschwick, Bochum, Bonn oder Münster hinterlassen, springen vermehrt die vielen lokalen Radiosender und der WDR ein. Bei Letzterem schießen die Einschaltquoten für die elf Regionalsendungen in neue Höhen. Immer mehr Menschen kommunizieren über die sozialen Netzwerke mit den Redaktionen. Ein Zeichen, dass das Publikum in NRW die Berichterstattung vor Ort schätzt.

Zeichen des Wandels sind auch die vielen Online-Konferenzen und neuen Formate. Vor Corona war der Austausch über Videokonferenzen wenig beliebt. Monate der Krise haben gezeigt, wie dies die Kommunikation auf allen Ebenen erleichtert. Und das wird bleiben, es wird künftig weniger Flüge, Bahn- oder Autofahrten geben. Auch wir Journalistinnen und Journalisten profitieren vom schnelleren Zugang zu O-Tönen über diesen Weg. Geschenkt der Hinweis darauf, dass wir uns alle mal wieder direkt treffen wollen, um uns zu umarmen, um zu netzwerken. Klar ist: Die neuen Begegnungsformen in Digitalien ergänzen unser Leben.

Das sind nur drei Beispiele, wie sich Journalismus und unser Arbeitalltag wandeln. Die Entwicklungen unseres Berufs reflektieren wir immer auch auf unserem Journalistentag, der diesmal komplett im Netz stattfindet. Wenn Sie sich also noch nicht angemeldet haben, wird es jetzt Zeit… Und dann können Sie sich der entspannten Lektüre des besten Medienmagazins aus NRW widmen. Wir sehen uns!


Ein Beitrag aus JOURNAL 1/21, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Februar 2021.Ein Beitrag aus JOURNAL 1/21, erschienen im Februar 2021.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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