Der Nachwuchs ist gefragt

14. Juni 2019, Frank Stach, Landesvorsitzender DJV-NRW

Wie fasse ich Fuß im Journalismus, wie finde ich Zugang in den Beruf? Diese Frage bewegt junge Journalistinnen und Journalisten – auch die rund 70 Studierenden, Volos und Berufseinsteiger, die im Mai auf Einladung des DJV-NRW nach Herne gekommen sind. #durchstarten heißt das Format, das der Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten (FA3J) für künftige Medienschaffende entwickelt hat. Ich erinnere mich gut an meine Anfänge, will davon bei der Begrüßung erzählen. Aber wollen junge Leute wirklich hören, wie ich Hörfunkbeiträge auf Bändern geschnitten habe, wie genau wir im Fernsehen unsere Geschichte planen mussten, weil ein Umschnitt am Zwei-Maschinen-Platz nicht so ohne weiteres möglich war? Ich erkenne schnell, das interessiert doch keinen, und lasse es.

Was zählt, ist das Jetzt. Was kommt auf den Nachwuchs zu, wie stehen die Chancen? Meine Prognose für die journalistische Branche war zeitweise düster, mittlerweile sehe ich die Lage positiver und konnte auf unserer Veranstaltung Mut machen: Junge Journalistinnen und Journalisten sind gefragter denn je. Viele Bereiche der Medien sind heute extrem technikgetrieben, die sozialen Medien brauchen spezielle Inhalte, künstliche Intelligenz drängt in den Journalismus. Wer zum Beispiel als Journalistin oder Journalist Ahnung vom Programmieren hat, wird händerringend gesucht. Allerdings müssen die Arbeitsbedingungen stimmen, und zwar nicht nur finanziell. Viele Redaktionen erwarten gleich komplett ausgebildete Journalisten, die Erfahrungen mitbringen und alles Neue schon können. Das ist fatal. Als wir jung waren, durften wir ausprobieren, auch mal Fehler machen, hatten Freiräume.

Zum Ausprobieren ermunterte auch „durchstarten“. Hier diskutierten die Besucherinnen und Besucher frei, tauschten Tipps aus und lernten andere in ähnlicher Situation kennen, die vielleicht später mal an anderer Stelle wichtig sein können. #durchstarten zeigte wieder: Der DJV ist ein Netzwerk, er bietet Solidarität und Zusammenhalt und lädt zum Mitmachen ein. Ein Dank an die Jungen im Fachausschuss, die #durchstarten so großartig organisiert haben.||

 

Ein Beitrag aus JOURNAL 3/19, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Juni 2019.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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