Drei Fragen an Pinterest

23. Juli 2020, Bettina Blaß

Pinterest kann Redaktionen, freie Journalistinnen und Journalisten sowie Bloggerinnen und Bloggern dazu dienen, mit vertretbarem Aufwand Nutzerinnen und Netzer auf die eigene Seite zu locken (siehe Haupttext der Titelgeschichte: „Pinterest: mehr als Rezepte und Basteltipps“). Jana Würfel, Head of Growth Operations DACH bei Pinterest, hat wichtige Fragen per Mail beantwortet.

Jana Würfel, Pinterest Head of Growth Operations DACH bei Pinterest | Foto: Roger Kisby/Getty Images for Pinterest
Jana Würfel, Pinterest Head of Growth Operations DACH bei Pinterest | Foto: Roger Kisby/Getty Images for Pinterest

JOURNAL: Welche Rolle spielt die Vernetzung bei Pinterest?

Jana Würfel: Auf Pinterest geht es nicht darum, sich das Leben anderer anzuschauen, Nachrichten zu verfolgen oder sich mit Freunden zu vernetzen. Es geht um dich selbst und darum, nützliche Ideen für dein Leben zu finden. Nutzer entdecken diese, indem sie beispielsweise einen Begriff in die Suche eingeben. Anstatt Text, wie bei anderen Suchmaschinen, bekommen sie Bilder angezeigt, die für Ideen stehen. Sie sammeln und organisieren diese Ideen auf Pinnwänden, bevor sie diese umsetzen.

Die Mehrheit der Inhalte kommen von professionellen Quellen, also von Marken, Publishern und Creatoren. Unsere Nutzer suchen genau diese Inhalte von Experten. Diese wiederum finden so Verbreitung für ihre Themen und Produkte. Es geht also vielmehr um die Verbindung zwischen Mensch und Idee, statt Mensch und Mensch. Allerdings: Auch Pinterest hat soziale Features, die immer dann eine Rolle spielen, wenn es darum geht, anderen zu helfen, gute Ideen zu entdecken und umzusetzen. So kann ich zum Beispiel Ideen auf Pinterest an andere senden oder kommentieren, wie mir die Umsetzung einer Idee besonders gut gelungen ist.

JOURNAL: Mit dem Wort „Suchmaschine“ ist zumindest bei Google oder Bing zwangsläufig Suchmaschinenoptimierung verbunden. Welche Faktoren spielen bei Pinterest eine Rolle, damit ein Pin in den Suchergebnissen möglichst weit oben angezeigt wird?

Würfel: Wir empfehlen Unternehmen auf Pinterest, zunächst einen Unternehmens-Account anzulegen. Dieser ist quasi die Visitenkarte der Marke. Dort können Inhalte auf Pinnwänden angelegt und so Nutzern zugänglich gemacht werden. Man kann dort Inhalte im Header und mithilfe der Schaufensterfunktion besonders hervorheben. Pins müssen zudem hilfreich sein. Sie sollten nicht als reine Bilder oder Fotos verstanden werden, sondern stehen für hilfreiche Ideen. Hinter jedem Pin sollte sich also auch eine nützliche Idee verbergen. Sei es ein Rezept zum Nachmachen, eine DIY-Idee zum Ausprobieren oder ein Produkt zum Kaufen.

Taktisch gesehen sind vertikale Pins auf einem mobilen Screen prominenter. Text-Overlays machen den Pin zudem hilfreicher und können zum Klicken und Merken anregen, und ein knapper Beschreibungstext mit wichtigen Keywords sollte nicht fehlen. Es ist zudem vor allem wichtig, dass es sich um relevante Inhalte für die Zielgruppe handelt. Relevanz kann man beispielsweise über Saisonalität erreichen. Spargelrezepte werden bei uns beispielsweise ab April gesucht. Mit unseren Anzeigenformaten kann man zudem die Sichtbarkeit für die eigenen Inhalte steigern und sowohl Markenbekanntheit als auch Abverkauf steigern.

JOURNAL: Aus Ihrer Sicht: Wie sollten Journalistinnen und Journalisten oder Redaktionen die Plattform für einen größtmöglichen Sinn nutzen?

Würfel: Journalisten können Pinterest beispielsweise als Quelle für Trends nutzen. Sie finden dort Inhalte die aktuell relevant sind und können zum Beispiel mithilfe der Guided Search, den Kacheln unter der Suchzeile, sehen, welche Begriffe aktuell am häufigsten gesucht werden. Sie können auch sehen, welche Pins besonders beliebt sind.||

Die Fragen stellte Bettina Blaß.


Ein Beitrag aus JOURNAL 4/20, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, vorab veröffentlicht im Juli 2020.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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