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Zukunftsentscheidungen: Der WDR heute und die Öffentlich-Rechtlichen 2030

16. April 2021, red.
WDR Funkhaus Köln | Foto: WDR/Lena Heckl
WDR-Funkhaus Köln | Foto: WDR/Lena Heckl

Der WDR-Hörfunk steht weiterhin vor der Notwendigkeit, zu sparen und zugleich seine Wellen stetig zu erneuern. Dazu gehört auch die Neuordnung der Wellenleitungen WDR 3 und WDR 5: Matthias Kremin, Programmchef des Kulturradios WDR 3, hat zum April auch die Leitung von WDR 5 übernommen. Nach einem Beschluss im WDR-Verwaltungsrat werden die beiden Radiowellen nun in einem gemeinsamen Programmbereich geführt.

2019 hatte der WDR die beiden WDR-Programmdirektionen zu multimedialen Fachredaktionen für Wissenschaft, Wirtschaft, Unterhaltung, Politik, Landesprogramme und Kultur umgebaut. Auch die Kultur- und Wortwellen bezögen ihre Inhalte größtenteils aus diesen Fachredaktionen, erklärte Valerie Weber, WDR-Programmdirektorin NRW, Wissen und Kultur. Die Zusammenführung der beiden Wellen sei der nächste Schritt.

In der Rundfunkratsitzung im März erläuterte sie zudem ihre Strategie für die Radio- und Audioprogramme des Senders. Nach Kritik an Veränderungen bei der Kulturberichterstattung (siehe Umstrukturierungen bei WDR 3: Ärger um die Literaturformate, JOURNAL 1/21) legte sie nun ihr Verständnis von Kultur und Kulturberichterstattung dar. Diese müsse ein vielfältiges Publikum ansprechen. Kulturberichterstattung und -erlebnis dürften nicht nur den Hochgebildeten vorbehalten sein: „Schonen Sie die Kultur nicht vor dem Publikum. Sperren wir sie nicht weg. Weder zu WDR 3 noch in das Nachtprogramm“, sagte Weber. Es sei erforderlich, neue Formen und Kultur-Inhalte auch für das Digitale zu entwickeln, denn der WDR müsse mit seinen Angeboten dem geänderten Verhalten des Publikums folgen. „Wir müssen die nötigen Mittel durch kluge ARD-Kooperationen, durch Mehrfachverwertung wertvoller Inhalte, aber auch durch Reduzierung von Angeboten erwirtschaften.“ Valerie Weber konkretisiert: „Im Schnitt sollen in der Programmdirektion NRW, Wissen und Kultur, die Radio, Fernsehen, Onlineformate und reine Textangebote produziert, rund 20 Prozent der Mittel bis Ende des Jahres umgeschichtet sein.“

Im Jahr 2030 sollen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihre Mediatheken zu einem gemeinsamen Angebot zusammengeführt haben. Das schwebt dem WDR-Intendanten und aktuellen ARD-Vorsitzenden Tom Buhrow vor, wie er im März in einem Gastbeitrag in der F.A.Z. darlegte. Unter dem Titel „Wo die ARD im Jahr 2030 steht“ beschrieb Buhrow, welche großen Trends er für die Zukunft sieht, darunter den „Megatrend“ der individualisierten Mediennutzung. Um dem Rechnung tragen zu können und das Rundfunksystem zukunftssicher zu machen, bräuchten die Öffentlich-Rechtlichen mehr Freiheiten.

 

Eine Meldung aus JOURNAL 2/21, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im April 2020.

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Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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