MEDIENSZENE NRW

Strukturdebatte zu Öffentlich-Rechtlichen

16. Oktober 2017, DJV-NRW

Die Diskussion zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Sender nimmt Fahrt auf: Wie gefordert, haben ARD, ZDF und Deutschlandradio ihre Konzepte für Strukturreformen Ende September an die Bundesländer überreicht. Die Sparvorschläge des ZDF belaufen sich für die Periode 2021 bis 2028 auf insgesamt rund 270 Millionen Euro. Die ARD will im gleichen Zeitraum 951 Millionen Euro einsparen. Mittels Digitalisierung wollen die ARD-Anstalten allein die Programmverbreitungskosten um 360 Millionen Euro senken. Der ARD plant zudem zahlreiche Koope-rationsprojekte mit dem ZDF bzw. dem Deutschlandradio.

Aus der ARD soll ein crossmedialer und strukturell integrierter föderaler Medienverbund werden, der Inhalte in der Regel medienübergreifend recherchiert und produziert. Zugleich sollen die ARD-Sender ihr regionales Profil schärfen.

Kritiker bemängeln, dass die Sender keine Vorschläge zur Schließung von Fernsehsendern oder Radiokanälen machen. Auch Überlegungen zum künftigen Umgang mit teuren TV-Rechten etwa für Sportveranstaltungen fehlten. Entsprechend begrüßten die Bundesländer die Konzepte zwar im Grundsatz, mahnten aber weitere Schritte an.

Auch der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) stuften die Konzepte als nicht ausreichend ein. Die Zeitungsverleger reiben sich seit Jahren insbesondere an textlastigen Angeboten in Apps oder auf Webseiten der Sender. Die Privatsender stoßen sich am Gesamtumfang der Programm- und Onlineangebote sowie an der Zahl der Beteiligungen und den kommerziellen Aktivitäten der Sender.

Die Bundesländer hatten die Arbeitsgruppe „Auftrag und Strukturoptimierung der Rundfunkanstalten“ 2016 eingesetzt. Ziel ist es, den Rundfunkbeitrag stabil zu halten und die Digitalisierung der Sender voranzutreiben. Anlass für die Einsetzung der Gruppe war eine Modellrechnung der Gebührenkommission KEF, wonach der Rundfunkbeitrag ab 2021 auf mehr als 19 Euro steigen könnte, wenn die derzeitigen Strukturen der Sender erhalten bleiben.

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Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

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Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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