Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | 

Den Dialog fördern

Online-Diskussion zur Zukunft des Ruhrgebiets nach der Pandemie
18. Juni 2021, Marie Kirschstein
RWI-Präsident Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph M. Schmidt (M.) im Gespräch mit Stephan Conrad (l.) und Daniel Rustemeyer. | Screenshot
RWI-Präsident Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph M. Schmidt (M.) im Gespräch mit Stephan Conrad (l.) und Daniel Rustemeyer. | Screenshot

Wie trifft Corona die Wirtschaft? Dieser Frage widmete sich der Presse.Dialog.Ruhr im April. Impulsgeber beim Netzwerkevent für Kolleginnen und Kollegen aus Pressearbeit und Journalismus war Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Er attestierte dem Ruhrgebiet viele „gute Ideen“, goss aber auch Wasser in den Wein: Strukturprobleme, schwächelnde Konjunktur und der demografische Wandel würden das Land noch herausfordern.

Aus der ganzen Region

Die Veranstaltung des Fachausschusses Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde diesmal aus der Düsseldorfer Geschäftsstelle des DJV-NRW via Zoom übertragen – ein interaktives Format mit dem Ziel, den Gedankenaustausch zwischen Medienschaffenden und wichtigen Entscheidungsträgerinnen und -trägern der Region zu fördern. Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Ruhrgebiet nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit dem RWI-Präsidenten und Lehrstuhl-Inhaber, auf dessen Einschätzungen auch die Politik zählt (siehe Kasten).

Hochrangiger Referent

Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph M. Schmidt ist seit 2002 Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen und zugleich unter anderem Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik und Angewandte Ökonometrie an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Von März 2009 bis Februar 2020 war er Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (der so genannten Wirtschaftsweisen), von März 2013 bis Februar 2020 dessen Vorsitzender. Außerdem zählt er seit 2020 zu den Mitgliedern des Expertenrats Corona des NRW-Ministerpräsidenten./MK

Die Moderation des Abends teilte sich Daniel Rustemeyer, Pressesprecher der Stadt Marl und Fachausschuss-Vorsitzender, mit Stephan Conrad, Pressesprecher der RAG Montan Immobilien. Gemeinsam mit ihrem Gast blickten sie auf die künftige wirtschaftliche Situation der Region und gaben dem Ökonomen Gelegenheit, aus dem Corona-Expertenrat zu berichten. Die zugeschalteten Gäste interessierte: Welche wirtschaftliche Folgen erwarten uns angesichts der Pandemie? Was bewirken die hohen staatlichen Unterstützungszahlungen? Und wie trifft das den Strukturwandel in der Region?

Grundlegender struktureller Wandel

Bis im Ruhrgebiet die Probleme in Arbeit und Wirtschaft gelöst sind, werde es dauern, erläuterte Schmidt. Nicht nur, dass die Konjunktur in der Pandemie in vielen Branchen schwächelt, ganz Deutschland stehe auch vor prägenden strukturellen Veränderungen wie dem demografischen Wandel, der Digitalisierung und dem Klimawandel. Darauf, wie diese Veränderungen erfolgreich überstanden werden können, müssten Wirtschaft, Politik und Bevölkerung im Ruhrgebiet dringend eine Antwort finden. Da waren sich die Teilnehmenden der Diskussion einig. „Aber es ist ja nicht alles schlecht“, betonte der Referent, der auch das große Engagement vieler Unternehmern – auch im Ruhrgebiet – begrüßte: Viele hätten sich „wahnsinnig schnell auf die Pandemie eingestellt“ und unverzüglich gehandelt, um Beschäftigte vor Ort zu schützen. Man habe Schichten entzerrt und Sicherheitsvorkehrungen getroffen und, um die Kundschaft vor direktem Kontakt zu schützer, in kürzester Zeit auf Lieferservice umgestellt. „Das zeigt mir, dass die Betriebe viele gute Ideen haben, um mit der aktuellen Situation umzugehen.“

Daniel Rustemeyer zeigte sich im Anschluss an die Veranstaltung zufrieden: „Die Teilnahme der Kolleginnen und Kollegen zeigt, dass unser Netzwerkformat Akzeptanz findet.“ Der Fachausschuss will den Dialog zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Medien und Politik in Hintergrundgespräche entsprechend fortsetzen – auch als Onlineveranstaltung. „Wir sind überzeugt, dass das auch in Zukunft eine spannende Form des Austausches sein kann.“ Für weitere Veranstaltungen greife der Fachausschuss auch gerne auf Vorschläge aus dem Kreis der DJV-Kolleginnen und -Kollegen zurück, ergänzt Presse.Dialog-Organisator und Moderator Stephan Conrad.||

faonline@djv-nrw.de

 

Ein Beitrag aus JOURNAL 3/21, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Juni 2021.

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Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

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Tel.: 0221 48535326
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