THEMA | Bildjournalismus

Fotografie plus Journalismus

Kommentar
20. Oktober 2020, Volkmar Kah

Das Ende des Bildjournalismus – herauf­beschworen wird dieses Szenario seit Jahren. Auch, weil das Produzieren von Bildern durch digitale Technik und Filter allenthalben deutlich einfacher geworden ist. Nix mehr mit Dunkelkammer und Filmpatronen mit maximal 36 Bildern … Einfach mal draufdrücken, wird schon was dabei sein – und den Rest machen wir am Rechner.

Und genau da liegt das Problem. Bildjour­nalismus ist nämlich deutlich mehr als Fotografieren. Zum fotografischen Können kommt die journalistische Kenne. Das ­Gefühl dafür, welcher Bildausschnitt dem Ereignis entspricht, welche Bearbeitung noch in Ordnung ist, wo die Manipulation beginnt … Und dazu kommt das journalis­tische Selbstverständnis, die entsprechende Ausbildung.

Was ist wahr? Auch wenn diese Frage dank IPTC-Daten zumindest von Expertinnen und Experten in großen Teilen zu verifizieren ist, bleibt doch am Ende der Bildjournalist meines Vertrauens als Marke. Das müssen die Kolleginnen und Kollegen aber in diesen Zeiten auch pflegen, im Zweifel deutlich mehr liefern als nur „das schöne Bild“.

Dass trotzdem die Wertschätzung (auch die finanzielle) für unsere fotografierenden Kolleginnen und Kollegen verlorengegangen ist, daran sind wir zum großen Teil auch selbst schuld. Solange wir in den Redaktionen aus Kostengründen die reingereichten Bilder von Unternehmen und Behörden verwenden, auf billige Stock-Fotos zurückgreifen statt Profis zu beauftragen, graben wir dem Bildjournalismus selbst das Wasser ab. Und müssen uns am Ende nicht wundern, dass der Journalismus insgesamt unter Druck ist. Insofern ist Solidarität mit unseren fotografierenden Kolleginnen und Kolleginnen auch ein gutes Stück Solidarität im Kampf um den Wert des unabhängigen Journalismus insgesamt.||


Ein Beitrag aus JOURNAL 5/20, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Oktober 2020.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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