Die Deutsche Welle (DW) wurde Mitte März erneut mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert. Sie betreffen nicht die Berichterstattung des Auslandssenders, sondern israelfeindliche Bilder und Positionen zweier freier Mitarbeitender in privaten Social-Media-Kanälen.
In einer ersten Reaktion erklärte die DW, die Posts nicht gekannt zu haben. Diese widersprächen den Werten der DW, dem Code of Conduct (Verhaltenskodex) für feste und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Declaration of Values, die für Geschäftspartner und Firmen gelte. Beide Personen seien „freie Journalisten, die der DW ihre journalistische Tätigkeit in Rechnung stellen“, heißt es im Statement des Senders. Eine der beiden habe seit 2025 testweise einzelne Beiträge über den Irak geliefert. Der andere habe seit 2020 als Freier gearbeitet, sei aber „nicht als Arbeitnehmer oder arbeitnehmerähnliche Person für die DW tätig“. Während der Überprüfung des Sachverhalts wurde die Zusammenarbeit mit beiden zunächst ausgesetzt, im Anschluss dann beendet.
In ihrem Statement betont die DW, die Qualität der journalistischen Berichterstattung werde durch redaktionelle Betreuungs- und Abnahmeprozesse gesichert, etwa beim Thema Nahost durch ein Sechs-Augen-Prinzip. „Bei möglichen Pflichtverstößen und Grenzüberschreitungen des ‚Code of Conduct‘ oder der Declaration of Values‘ überprüfen wir die Veröffentlichungen hinsichtlich unserer journalistischen Standards erneut.“
Es sind nicht die ersten Antisemitismus-Vorwürfe gegen die DW. 2021 waren Mitarbeitende der Arabisch-Redaktion betroffen. Nach einer unabhängigen Untersuchung verschärfte die DW damals ihren Verhaltenskodex, und mehrere Personen mussten die Redaktion verlassen. Im Herbst 2025 ging es um einen Beitrag zum Gazakrieg, der „in der ursprünglich veröffentlichten Version nicht den journalistischen Standards der DW“ entsprochen hatte, wie der Sender eingeräumt hat./
Eine Meldung aus JOURNAL 1/26, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im April 2026.