Ein Virus verändert alles

5. Juni 2020, Frank Stach, Landesvorsitzender DJV-NRW

Covid-19 tötet und fügt Menschen Leid zu. All die einschränkenden Maßnahmen, die wir erdulden mussten, dienten dazu, ein neues Virus in Schach zu halten. Und es gelingt. Wir sind, wenn ich diese Zeilen schreibe, auf dem Weg. Ich verzichte auf den üblichen Zusatz „zurück in die Normalität“ oder „zurück in den Alltag“. Denn wohin wir unterwegs sind, zeichnet sich noch nicht klar ab. Hier ein paar Vermutungen für unsere Branche.

In diesen Zeiten hörten wir erstmals seit Langem ein Loblied auf den Journalismus. Zuverlässige Informationen waren wieder gefragt, genauso wie lokale und regionale Geschichten. Journalistinnen und Journalisten erkannten die Gelegenheit und legten sich ins Zeug. Und Leserinnen und Leser wussten wieder den Wert ihrer Medien zu schätzen. Kurzum: Dank Corona erleben wir einen kräftigen Aufwind für journalistische Produkte.

Dagegen stehen mutlose Verleger! Anstatt ihren Wert in diesen Zeiten herauszustellen und den Schwung zu nutzen, um mehr journalistische Inhalte in allen Darreichungsformen zu bieten, bremsen sie die Kolleginnen und Kollegen mit Kurzarbeit aus. Corona könnte den Niedergang mancher Blätter beschleunigen, auf jeden Fall beschleunigt es die Entwicklungen der Branche. Plötzlich wird deutlich, welche Medienmacher noch eine Zukunft für sich sehen und wie sie das organisieren wollen.

Verlierer der Krise sind Freie. Viele kämpfen mit massiven Auftragseinbrüchen, vor allem diejenigen in der Kultur- und Sportberichterstattung. Und während Angestellte zumindest Kurzarbeitergeld bekommen und Unternehmer Fördergelder, sind die freien Journalistinnen und Journalisten in NRW aus allen Förderkategorien gefallen. Was nutzt da die überall herausgestellte Systemrelevanz unserer Arbeit?

Das sind nur einige Schlaglichter auf die rasanten Entwicklungen, die das Coronavirus in Gang gesetzt hat. Unsere Arbeit als DJV ist somit vorgezeichnet: Wir kümmern uns um solidarische und wegweisende Lösungen.||

 

Ein Beitrag aus JOURNAL 3/20, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Juni 2020.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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