Zum 1. Juni hat die RTL Deutschland die Übernahme von Sky Deutschland formell abgeschlossen. Im April hatte die Europäische Kommission die Transaktion ohne Auflagen genehmigt. Sky Deutschland bleibt mit seinem Hauptsitz in München. Durch die Bündelung der Stärken beider Marken hofft RTL, im Wettbewerb mit den globalen Streamingplattformen besser zu bestehen. RTL+, Sky und der Streaminganbieter WOW kommen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinsam auf 12,3 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten.
Die Fusion soll nach drei Jahren jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro bringen, die sich durch programmatische Einsparungen und den Abbau von Doppelstrukturen ergeben sollen. Letztere werden sich in Verwaltung und Produktion finden sowie im redaktionellen Bereich. Dabei ist zu befürchten, dass es die Inhalte-Tochter RTL News, wie beim Stellenabbau im Frühjahr (siehe JOURNAL 1/26), besonders hart trifft. Erste Abbaumaßnahmen werden noch in diesem Jahr erwartet. Mögliche Betriebsübergänge, also ein Wechsel zu Sky unter Mitnahme bestehender Vertragskonditionen, stehen dann zum Stichtag 1. Januar 2027 an.
Mitte Juli will RTL Deutschland die Strategie für die kommenden Monate vorstellen. Aber bereits mit Abschluss der Übernahme wurden Zuständigkeiten neu sortiert. Dabei rückten die publizistischen Einheiten (RTL News, ntv und die Stern-Gruppe) in den Verantwortungsbereich von Stephan Schmitter.
Für die Redaktionen bei RTL News dürfte es eine gute Nachricht sein, dass Inga Leschek, die als Chief Content Officer jetzt die Bereiche Entertainment, Fiction, Sport und Studios verantwortet, nun nicht mehr für den News-Bereich zuständig ist. Leschek ließ die Beschäftigten gerne spüren, dass sie Nachrichten, aber auch andere journalistische Inhalte jenseits des Sports in erster Linie als Kostenfaktor sieht, der keine Erträge erwirtschaftet.
Stephan Schmitter betonte in der Pressemitteilung zum Neuzuschnitt der Veranwortlichkeiten dagegen, dass Journalismus für RTL Deutschland weit mehr sei als ein Programmbereich, er sei „das Rückgrat von RTL Deutschland“: Für ihn ist Journalismus „Haltung, Verantwortung, Orientierung. Und gerade in einer Zeit voller Unsicherheit, Polarisierung und permanenter Veränderung ist glaubwürdiger Journalismus wichtiger denn je.“ Schmitter äußerte „größten Respekt vor der täglichen Arbeit unserer Journalistinnen und Journalisten“ und betonte, die journalistischen Marken bei RTL bildeten „eines der stärksten publizistischen Kraftzentren Deutschlands. Darauf sind wir stolz. Und deshalb werden wir weiter konsequent in Journalismus, Qualität, digitale Transformation und Vertrauen investieren.“/
Eine Meldung aus JOURNAL 2/26, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Juli 2026.