LOKALFUNK

Ausgezeichnete Hartnäckigkeit

Lokalfunkpreis verliehen: Gut recherchiertes und hörenswertes Inforadio
20. Dezember 2018, Sascha Fobbe

Volker Groß und Sven Jaworek von Radio Bonn/Rhein-Sieg haben in diesem Jahr den vom DJV-NRW gestifteten Hörfunkpreis der Landesanstalt für Medien NRW in der Kategorie „Information/Recherche“ gewonnen. Ihr Thema war die Sanierung der Bonner Beethovenhalle. Im Jahr 2015 hatte der Stadtrat die Entscheidung getroffen, 56 Millionen Euro sollten die Arbeiten kosten. Die Sanierung wird aber immer teurer (letzter Stand mehr als 90 Millionen Euro) und dauert immer länger. In den für den Hörfunkpreis eingereichten Interviews fragte Morgenmoderator Volker Groß hartnäckig nach den Ursachen und Verantwortlichkeiten, in den Comedy-Beiträgen zum Thema Langsamkeit erfuhren die Hörer augenzwinkernd, was noch länger dauert als die Sanierung der Halle.

Hörunkpreisverleihung
Andrea Hansen, stellvertretende Vorsitzende des DJV-NRW, überreichte den gestifteten Preis an Morgenmoderator Volker Groß (r.) und Reporter Sven Jaworek (l.) von Radio Bonn/Rhein-Sieg. | Foto: Sascha Fobbe

„Das Ergebnis – einfach gut recherchiertes und sehr hörenswertes Inforadio“, so begründete die Jury, zu der auch DJV-NRW-Landesvorstandsmitglied Andrea Donat gehörte, die Auswahl des Gewinnerduos. „Das ist es, was die Hörerinnen und Hörer von ihrem Lokalradio erwarten: dranbleiben und hartnäckig nachfragen – besonders, wenn es um Steuergelder geht“, kommentierte Andrea Hansen, stellvertretende Landesvorsitzende des DJV-NRW, die Auswahl der Jury. Hansen hat Ende November den mit 2.500 Euro dotierten Preis übergeben.

„Der DJV-NRW setzt sich seit jeher für Meinungsvielfalt ein. Da spielen die Lokalradios in NRW eine große Rolle“, erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende. „Recherche und Information sind wichtig, damit die Menschen sich selbst eine Meinung bilden können. Wir wollen mit dem von uns gestifteten Preis die Journalistinnen und Journalisten würdigen, die im stressigen Radioalltag diese Kernaufgaben hochhalten.“

Der DJV-NRW engagiert sich seit 2014 beim Hörfunkpreis . Insgesamt waren zur 27. Hörfunkpreisverleihung 178 redaktionelle Beiträge bei der Landesanstalt für Medien NRW eingegangen, 23 davon in der Kategorie „Information/Recherche“.

Die weiteren Preisträger:

Kategorie „Medienethischer Sonderpreis“
„Der behinderte Wuppertaler Rapper „Nacpany“

Bernd Hamer, Radio Wuppertal 107,4
Kategorie „Unterhaltung“

„The Walking Dead – eine hat es nicht gesehen und die erklärt, worum es geht“
Laura Potting, Radio Duisburg

Anerkennungspreis
„7 Sätze, die ein Münsteraner niemals sagen würde“

Florian Dolle / Gerrit Nissen, Antenne Münster

Kategorie „Moderation“
„Dortmund am Vormittag“ – Anna Deschke, Radio 91.2

Kategorie „Service/Beratung“
„Kinderarzt-Mangel in Bielefeld“ – Timo Teichler / Sebastian Wiese, Radio Bielefeld

Kategorie „Reportage“
„Das Jahrhundert-Hochwasser“ – Florian Rübener, Radio Wuppertal 107,4

Kategorie „Sozialpreis NRW“
„Obdachlose und die Kälte“ – Mathias Scherff, Radio 91.2

Kategorie „Projekte/Serie“
„Die Radio Köln Veedelsaktion“ – Stephan Bartsch / Stefan Haase / Judith Pamme / Christian vom Hofe, Radio Köln

Außerdem wurden 65 Produktionen in der Kategorie „Werbung“ eingereicht, drei davon erhielten eine Ausgezeichnung. Gleichzeitig hat Vor Ort NRW, das Journalismus-Lab der Landesanstalt für Medien NRW, zum dritten Mal den Vor Ort NRW-Preis verliehen. In der Jury aus unabhängigen Expertinnen und Experten aus Medienpraxis und Wissenschaft saß auch die stellvertretende Landesvorsitzende des DJV-NRW Andrea Hansen. Zwei Online-Angebote wurden ausgezeichnet:

Kategorie Innovatives Format im Lokalen:
„70 Jahre WAZ – 70 Jahre Bochum“, Projektredaktion WAZ Bochum: bochum70.waz.de

Kategorie Neue Stimme im Lokalen:
„Lokalportal.de“, Alexander Drößler, Sebastian Penthin und Team: lokalportal.de

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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