14 Programme bewerben sich um UKW-Kette

29. Juni 2021, Sascha Fobbe

Für die zweite landesweite UKW-Kette in NRW haben sich 13 Antragsteller mit 14 Programmen beworben. Alle Anträge seien form- und fristgerecht, habe eine erste Sichtung ergeben, erklärte Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien (LfM), bei einer Sitzung der Medienkommission am 25. Juni. Die LfM hatte die Frequenzen im April ausgeschrieben. Nun beginnt die detaillierte Bewertung. Allerdings müsse noch geprüft werden, ob die Frequenzen überhaupt hätten ausgeschrieben werden dürfen. Der LfM zufolge liegt dazu eine Klage der Veranstaltergemeinschaft (VG) von Radio Lippe aus Ostwestfalen vor, sie hält aber weiter an der Ausschreibung fest. Die VG von Radio Lippe beteiligt sich an der Ausschreibung, hat sich allerdings nur um die Übertragungskapazität Bielefeld 103,0 beworben. Damit würde der Lokalsender etwa 40.000 Einwohnerinnen und Einwohner mehr erreichen. Insgesamt umfasst die UKW-Kette 27 Frequenzen, mit der bis zu 6,5 Millionen Menschen in NRW erreicht werden können.

radio NRW bewirbt sich genauso wie mehrere Sender aus anderen Bundesländern mit ihren NRW-Töchtern um die gesamte Kette. Das sind zum Beispiel FFN mit „NRW GOLD“ und Antenne Bayern mit „Antenne NRW“. Mit „Rock Antenne NRW“ und „Radio21-NRWs bester Rock’n Pop“ bewerben sich zwei Rockformate. Der Kinder- und Familiensender Radio Teddy bewirbt sich mit gleich zwei Programmen.

Metropol FM bemüht sich zum zweiten Mal um die Kette – dem türkischsprachigen Programm waren im ersten Anlauf 2016 die Frequenzen zugeschlagen worden. 2019 hatte die Medienkommission die Ausschreibung aber nach einem Rechtsstreit aufgehoben und ein neues Vergabeverfahren in Gang gebracht, dieses Mal für ein größeres Sendegebiet, weil weitere UKW-Frequenzen zur Verfügung stehen.

Da sich 14 Programme für nur eine Frequenzkette beworben haben, soll in einem Verständigungsverfahren ausgelotet werden, ob sich die Antragsteller auf einen Bewerber einigen können. Das Verfahren soll voraussichtlich bei der nächsten Sitzung der Medienkommission am 27. August eingeleitet werden. Bis dahin steht auch fest, ob alle Bewerber die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen.

Von den 13 Antragstellern für die UKW-Kette werden sechs voraussichtlich ab Herbst Programme über DAB+ in NRW ausstrahlen. Im Einzelnen sind das radio NRW, Studio Gong, die NiedersachsenRock 21 GmbH, Radio Teddy, Antenne Bayern und KISS FM. KISS FM fehlt allerdings noch eine Zulassung für NRW, die möglicherweise bei der nächsten Medienkommissionssitzung erteilt wird. Ohne eine solche Zulassung darf das Programm weder über DAB+ noch auf UKW gesendet werden. Ein Engagement bei DAB+ könnte sich nach den Regelungen im Landesmediengesetz positiv auf die Vergabe der UKW-Kette auswirken.

Für „Antenne NRW“ hat Antenne Bayern bei dieser Sitzung der Medienkommission eine Zulassung für ein landesweites Vollprogramm bekommen. Des Weiteren hatte sich radio NRW mit NOXX um eine Zulassung beworben und diese ebenfalls erhalten. Welche Pläne radio NRW mit der Zulassung des Spartenprogramms verfolgt, bei dem es inhaltlich um Musik und Musikevents gehen soll, ist bisher unklar. Unter dem Sendungsnamen NOXX bietet radio NRW seit Januar 2018 das gemeinsame Nachtprogramm an, das auf allen NRW-Lokalsendern läuft. ||

Eine Meldung aus JOURNL 4/21, dem Medien- und Mitgliedermaagazin des DJV-NRW, vorab veröffentlicht im Juni 2021.

Das könnte sie auch interessieren

Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

Zum Pressestellenverzeichnis