MEDIENSZENE NRW

Redakteursallianz gegen Populisten

16. Juni 2019, red.

Die Redakteursvertretungen der deutschen und österreichischen Öffentlich-Rechtlichen wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Bei einer gemeinsamen Tagung beim Deutschlandfunk in Köln vereinbarten Redakteursvertreterinnen und -vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio eine Kooperation mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Redakteursrat des Österreichischen Rundfunks, ORF. Sie versteht sich zugleich als Startschuss für eine europaweite Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Redakteursvertretungen.

Foto: txt
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Der Schulterschluss ist eine Reaktion auf die dauernden Angriffe von Populisten auf Medien allgemein und speziell auf den öffentich-rechtlichen Rundfunk. Aktueller Aufhänger ist das sogenannte Ibiza-Video, in dem Heinz-Christian Strache, zu dem Zeitpunkt noch österreichischer Vizekanzler, Journalisten als „die größten Huren auf dem Planeten“ bezeichnet hatte. Zudem hatte er über eine mögliche Übernahme der Kronen-Zeitung und einen Umbau des ORF gesprochen.

In Deutschland sind die Redakteursvertretungen von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse (AGRA) zusammengeschlossen. Sie setzen sich für die innere und äußere Pressefreiheit ein. Die Redakteursmitwirkung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde vom Bundesverfassungsgericht bestätigt und ist in mehreren Bundesländern gesetzlich festgeschrieben.

Gemeinsam wollen sich AGRA und ORF-Vertreter nun für Pressefreiheit, Glaubwürdigkeit und Relevanz engagieren. Um Demokratie und Meinungsfreiheit im Sinne des Gemeinwohls zu stärken, sind AGRA und ORF-Redakteursrat zudem offen für weitere Kooperationen mit Redakteursvertretern anderer europäischer Sender. Sie fordern hohe Standards in ganz Europa zur Wahrung der Unabhängigkeit von Redakteurinnen und Redakteuren öffentlich-rechtlicher Sender. Als ein Zeichen der Solidarität findet die nächste gemeinsame Tagung beim ORF statt.||

 

Eine Meldung aus JOURNAL 3/19, dem Medien- und Mitgliedermagazin des DJV-NRW, erschienen im Juni 2019.

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Verlagsveröffentlichung - Branchenspecial

Aus- und Weiterbildung für Journalisten

Lebenslanges Lernen ist für Journalisten notwendiger denn je – denn kaum eine andere Branche ist derzeit so im Wandel wie der Journalismus. Der DJV-NRW hat aus diesem Grund bereits 2009 ein Bildungsreferat eingerichtet. Damit möchte der Landesverband den Markt der journalistischen Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen transparenter machen: zum einen durch einen Überblick über aktuelle Angebote in NRW und zum anderen durch Impulse für neue Seminarthemen.

Die Arbeit des Referates gliedert sich in zwei Schwerpunkte: An erster Stelle steht die Kooperation des DJV-NRW mit Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen. Diese bieten DJV-Mitgliedern Seminare und Workshops zu vergünstigten Konditionen an (ein Überblick findet sich auf der folgenden Seite). Zweitens konzipiert das Bildungs-­referat auch eigene Seminare zu gewerkschaftlichen und berufsspezifischen Themen. „Der DJV-NRW versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den Bildungsträgern in Nordrhein-Westfalen“, sagt Bettina Blaß, Bildungsbeauftragte beim DJV-NRW. „Wir beobachten die Veränderungen und Tendenzen im Journalismus und bieten darauf zugeschnittene Seminare an, um unsere Mitglieder fit für die Zukunft zu machen“, erklärt sie.

Weitere Informationen:
Bildungsbeauftragte Bettina Blaß freut sich über Fragen und Anmerkungen zum Thema Weiterbildung.
Tel.: 0221 48535326
E-Mail: bettina.blass@djv-nrw.de

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